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25.02.2019 23:51:20 - dpa-AFX: ROUNDUP/Kreise: May knickt im Brexit-Chaos ein und erwägt Fristverlängerung


LONDON (dpa-AFX) - Die Angst um einen ungeregelten Ausstieg Großbritanniens
aus der Europäischen Union (Brexit) wird immer größer. Premierministerin Theresa
May will daher offenbar nun von einer alten Position abrücken und wird am
Dienstag Kreisen zufolge das britische Kabinett über eine Verlängerung der
eigentlich am 29. März auslaufenden Frist diskutieren lassen. Am Devisenmarkt
kamen diese Nachrichten gut an: Der Kurs des britischen Pfund legte deutlich auf
bis auf 1,15732 Euro zu, kam zuletzt aber wieder etwas zurück.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am späten Montagabend unter
Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtet, May werde am
Dienstag nach der Kabinettssitzung das Parlament über die Entscheidung des
Gremiums informieren. Dann werde die Regierung einen Antrag zum Brexit
formulieren und diesem am Mittwoch im Unterhaus zur Diskussion und Abstimmung
stellen.

Zuvor hatte sich die britische Labour-Partei hinter die Forderung nach einem zweiten Brexit-Referendum gestellt. Vorher will die größte Oppositionspartei in
Großbritannien jedoch versuchen, die Regierung von ihren eigenen Brexit-Plänen
zu überzeugen. Mit dem Schritt solle ein "schädlicher Tory-Brexit auf der
Grundlage von Theresa Mays mehrheitlich abgelehntem Deal" verhindert werden,
wurde Labour-Chef Jeremy Corbyn in einer Mitteilung zitiert. Seine Partei werde
einen entsprechenden Antrag entweder selbst vorlegen oder mittragen, betonte
Corbyn. Unklar blieb, ob eine Abkehr vom Brexit dabei eine Option sein soll.

Am Wochenende waren bereits drei britische Minister öffentlich auf
Konfrontationskurs zu May gegangen. Sie wollten einen "desaströsen" ungeregelten
EU-Austritt verhindern, hatte das Trio mitgeteilt.

Arbeitsministerin Amber Rudd, Wirtschaftsminister Greg Clark und
Justizminister David Gauke warnten, ein "No Deal" könne die nationale Sicherheit
schwächen, die Ökonomie stark schädigen und zum Zerfall des Vereinigten
Königreichs führen. Gelinge in den nächsten Tagen kein Durchbruch im Parlament,
müsse der Brexit verschoben werden, forderte das EU-freundliche Trio am Samstag
in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Daily Mail".

In einer Reaktion drauf hatte EU-Ratschef Donald Tusk am Montag gesagt, eine Verschiebung sei "eine vernünftige Lösung". Er sicherte Großbritannien dafür
maximalen guten Willen der übrigen 27 EU-Länder zu. "Es ist in Reichweite, am
29. März mit einem Vertrag zu gehen, und darauf sind all meine Energien
fokussiert", hatte May da noch gesagt./he

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