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24.04.2019 07:50:20 - dpa-AFX: ROUNDUP/Europawahl: Jeder Zweite kennt keinen der deutschen Spitzenkandidaten


BERLIN (dpa-AFX) - Einen Monat vor der Europawahl sind die deutschen
Spitzenkandidaten noch weitgehend unbekannt. In einer Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben
45 Prozent an, keinen der neun Spitzenkandidaten der im Bundestag vertretenen
Parteien zu kennen. Mit 39 Prozent hat die von der SPD ins Rennen geschickte
Justizministerin Katharina Barley noch den höchsten Bekanntheitsgrad, knapp vor
dem AfD-Parteivorsitzenden Jörg Meuthen mit 35 Prozent.

Überraschendstes Ergebnis: Den Unions-Spitzenkandidaten Manfred Weber (CSU), der Präsident der EU-Kommission werden will, kennt nur jeder Vierte (26
Prozent). Auf denselben Wert kommt FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. Weit
abgeschlagen liegen die Spitzenkandidaten der Grünen, Ska Keller (7 Prozent) und
Sven Giegold (6 Prozent), sowie die der Linken, Özlem Alev Demirel (15 Prozent)
und Martin Schirdewan (4 Prozent).

Den letzten Platz auf der Bekanntheitsskala teilt sich Schirdewan mit Udo
Bullmann, dem zweite Spitzenkandidaten der SPD, der ebenfalls nur auf 4 Prozent
kommt. Selbst von den SPD-Anhängern kennt den hessischen Politiker, der seit 20
Jahren im Europaparlament sitzt, nur jeder Zwanzigste (5 Prozent). Nur einer der
neun Spitzenkandidaten kommt zumindest bei den Wählern der eigenen Partei auf
einen Bekanntheitsgrad von mehr als 50 Prozent: Jörg Meuthen von der AfD mit 54
Prozent.

In Deutschland werden die Abgeordneten des Europaparlaments am 26. Mai
gewählt. Die Bedeutung der Wahl wird der YouGov-Umfrage zufolge geringer
eingeschätzt als die der Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen. 23 Prozent
halten sie für den unwichtigsten der vier Urnengänge. Dahinter folgen die
Kommunalwahl (15 Prozent), die Landtagswahl (8 Prozent) und die Bundestagswahl
(3 Prozent). Jeder Zweite sagte, er halte keine der Wahlen für die unwichtigste.

38 Prozent wollen ihre Wahlentscheidung am ehesten an der Europapolitik
ausrichten, nur 27 an der deutschen Innenpolitik. Als mit Abstand wichtigstes
Thema wird von den Befragten Klimaschutz und Umweltpolitik (55 Prozent) genannt,
knapp vor der Flüchtlingspolitik (54 Prozent). Dahinter folgen rechter
Populismus (28), Finanzpolitik (26), Brexit (17), Verteidigungspolitik (15) und
Regulierung des Internets (12)./mfi/DP/zb
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