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12.02.2019 10:05:40 - dpa-AFX: ROUNDUP: Steinmeier fordert freie Präsidentschaftswahl in Venezuela


CARTAGENA (dpa-AFX) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich für
freie Präsidentschaftswahlen in Venezuela ausgesprochen. Kurz nach seiner
Ankunft am Montagabend (Ortszeit) im kolumbianischen Cartagena sagte Steinmeier:
"Venezuela ist nach Jahren der Autokratie und der Misswirtschaft am Rande des
Abgrunds, am Rande des Bankrotts." Die Versorgung der Bevölkerung sei
"dramatisch schlecht". Hilfsgüter würden von Staatschef Nicolás Maduro nicht ins
Land gelassen.

Steinmeier zeigte sich überzeugt, nur wenn ein neuer Präsident "auf einer
glaubwürdigen, legitimen Grundlage" und damit durch eine ehrliche Wahl das Amt
innehabe, werde es neue Hoffnung auf eine Zukunft für die Menschen in Venezuela
geben.

Er würdigte die Leistungen der beiden Nachbarstaaten Kolumbien und Ecuador
für ihre Hilfsleistungen an Flüchtlinge aus Venezuela. 1,3 Millionen Flüchtlinge
hätten vorübergehend in Kolumbien Aufnahme gefunden, mehr als 300 000 in
Ecuador. "Das ist eine riesige Last. Und wir haben Respekt davor, wie diese
beiden Länder mit dieser Situation umgehen."

Der Bundespräsident fügte hinzu: "Wir sollten auf diese beiden Länder
schauen, weil sich in den letzten Jahren viel Positives entwickelt hat." Doch
unter den gegenwärtigen Umständen "mit Blick auf die schwierige Nachbarschaft in
Venezuela ist auch vieles wieder bedroht".

Eigentlicher Anlass des Besuchs Steinmeiers in Kolumbien und anschließend in Ecuador ist der 250. Geburtstag des Naturforschers Alexander von Humboldt und
dessen Lateinamerikareise vor 220 Jahren. "Wir reisen hier in Südamerika auf
seien Spuren." Hier werde Humboldt hoch geschätzt.

Humboldt habe die Zusammenhänge in der Natur beschrieben. Und er habe sehr
frühzeitig beschrieben, dass der Regenwald und das Weltklima in irgendeiner
Weise zusammenhängen. Er habe möglicherweise als erster die Bedrohungen für das
Weltklima geahnt und deshalb auch die Verantwortung der Menschen angemahnt, für
den Schutz der Natur zu sorgen. Humboldt sei zu einer neuen Sicht auf die Natur
und die Welt gelangt sowie zu der Feststellung, dass alles zusammenhänge.

Steinmeier wird auf seiner insgesamt sechstägigen Südamerikareise am späten
Dienstagabend (MEZ) in Bogotá Gespräche mit Präsident Iván Duque Márquez führen
wird. Zentrale Themen dürften dabei eben auch die Krise im Nachbarstaat
Venezuela sowie die Flüchtlinge sein.

In den vergangenen Tagen hatte das venezolanische Militär eine
Hilfslieferung der USA für Venezuelas notleidende Bevölkerung - aus Kolumbien
kommend - an der Grenze blockiert. Staatschef Maduro will US-Hilfslieferungen
nicht ins Land lassen. Seit Januar schwelt ein Machtkampf zwischen dem selbst
ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó und dem linksnationalistischen Maduro.

In Ecuador will der Bundespräsident dann am Mittwoch in der Hauptstadt Quito mit Präsident Lenín Moreno zusammentreffen und sich ebenfalls über die
Auswirkungen der Krise in Venezuela informieren./rm/DP/fba
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