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21.10.2021 10:46:11 - Original-Research: sdm SE (von GBC AG):


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Original-Research: sdm SE - von GBC AG

Einstufung von GBC AG zu sdm SE

Unternehmen: sdm SE
ISIN: DE000A3CM708

Anlass der Studie: Managementinterview
Letzte Ratingänderung:
Analyst: Marcel Goldmann

21.10.2021 - GBC Managementinterview mit Oliver Reisinger, Vorstand der sdm
SE

'Neben dem organischen Wachstum bieten sich uns derzeit attraktive
Übernahmemöglichkeiten.'

Als erstes deutsches Sicherheitsunternehmen geht die sdm SE an die Börse.
Im Rahmen des öffentlichen Angebots können die Aktien noch bis zum 25.
Oktober 2021 an der Börse Düsseldorf gekauft werden. Die Preisspanne liegt
zwischen 3,30 Euro und 3,60 Euro. Vor wenigen Tagen hat sdm zudem über die
Entwicklung im ersten Halbjahr berichtet. Die positive Geschäftsentwicklung
bestätigt die GBC-Schätzungen. GBC hat dies zum Anlass genommen und ein
Interview mit dem sdm-Vorstand Oliver Reisinger zum aktuellen
Geschäftsverlauf, zur Strategie und dem Markt geführt.

GBC: Herr Reisinger, Sie kommen eigentlich aus dem Investmentbanking. Wie
kam es zu der Übernahme von sdm im Jahr 2019?

Oliver Reisinger: Ich war 25 Jahre im Investmentbanking tätig - mehr als 10
davon in führenden Positionen. In dieser Zeit hatte sich die Branche massiv
verändert und die Aufgaben haben mir am Ende einfach keinen Spaß mehr
gemacht. Ich bin zahlengetrieben, aber als Grundlage für Weiterentwicklung
und Wachstum. Eine solche Vorwärtsstrategie war nicht mehr möglich, daher
der Schritt ins Unternehmertum. sdm passte dann 2019 perfekt zu mir. Das
Unternehmen war gesund, seit der Gründung 1999 immer profitabel und am
Markt etabliert, aber auch sehr hemdsärmelig. So kann ich mich seit der
Übernahme auf die Weiterentwicklung konzentrieren. Dafür wurden zunächst
interne Prozesse professionalisiert - beispielsweise durch die Einführung
eines aktiven Controllings und modernen ERP Systems. Auch auf unrentablen
Umsatz haben wir bewusst verzichtet, daher der Umsatzrückgang in 2019.
Gleichzeitig haben wir den externen Markenauftritt geschärft und ein
aktives Marketing eingeführt. So konnten wir auch in 2020 mit Corona und
ohne das Großevent Oktoberfest profitabel wachsen und werden im laufenden
Jahr daran anknüpfen.

GBC: Bevor wir zur aktuellen Entwicklung kommen, wie sieht sdm heute aus?

Oliver Reisinger: Heute ist sdm mit rund 300 Mitarbeitern einer der
führenden Sicher-heitsdienstleister in der Metropolregion München. Wir
bieten ein breites Leistungsspektrum vom Werk- und Objektschutz, über Wert-
und Geldtransporte bis hin zur Organisation von Veranstaltungen und
effektivem Personenschutz. In 2020 haben sich mehr als 80 Bestands- und
Projektkunden auf uns verlassen. Unser Stammgeschäft ist der Schutz von
Behörden und kommunalen Einrichtungen. Mit ihnen haben wir zuletzt rund 80
% unserer Umsätze gemacht. Dieser Anteil erscheint im ersten Moment
vielleicht hoch. Doch dabei handelt es sich um rund 20 Einzelverträge mit
der Stadt, dem Land, Landkreisen und Kommunen. Für die meisten arbeiten wir
schon viele Jahre. Aus dieser Stärke heraus, erweitern wir seit 2020 aktiv
unseren Kundenkreis um Unternehmens- und Privatkunden. Dies zahlt sich mehr
und mehr aus.

GBC: Im ersten Halbjahr liegen Sie mit einem Wachstum von rund 20 % auf
6,12 Mio. Euro und einem überproportionalem Gewinnanstieg über unseren
Schätzungen. Wird 2021 ein Rekordjahr?

Oliver Reisinger: Wir sind jedenfalls auf einem sehr guten Weg. Wobei
Umsatzgenerierung ja relativ einfach ist. Wie bereits erwähnt, muss bei uns
auch die Marge stimmen. Neue Kunden sind beispielsweise Konsulate und
Einzelhändler. Damit ergänzen wir unser Stammgeschäft mit Behörden und
stellen uns breiter auf. Auch weit über das laufende Jahr hinaus bietet uns
die Metropolregion München viel Potenzial. Beispielsweise haben wir gerade
erst begonnen, den Markt private Überwachung und Revieruberwachung zu
erschließen.

GBC: Wie groß ist der Markt für Sicherheitsdienstleistungen im Großraum
München?

Oliver Reisinger: Grundsätzlich befinden wir uns in einem Wachstumsmarkt.
Seit 2010 ist die Branche durchschnittlich um über 6 % jährlich gewachsen.
Sie profitiert von der seit Jahren steigenden Gewaltbereitschaft und dem
sinkenden Sicherheitsgefühl. Heute gibt es Sicherheitspersonal in
Supermärkten, Jobcentern und Krankenhäusern. Auch im Corona-Jahr 2020 ist
der Umsatz rund um Schutz und Sicherheit um 4,5 % auf 9,2 Mrd. Euro
gestiegen. Der Großraum München hat sicherlich einen Anteil von 10 % am
Gesamtmarkt - hat also ein Volumen von 900 Mio. Euro. Er bietet uns eine
bundesweit wohl einzigartige Kombination aus Wirtschafts- und Lebensraum:
Rund 13 Mio. Einwohner mit einem hohen durchschnittlichen Einkommen, DAX-
Konzerne und starker Mittelstand, zwei internationale Messestandorte und
über 100 Konsulate.

GBC: Und wie sieht das Wettbewerbsumfeld aus?

Oliver Reisinger: Das Wettbewerbsumfeld ist in München und bundesweit stark
fragmentiert. Neben den beiden Marktführern mit jeweils mehreren Hundert
Millionen Euro Jahresumsatz gibt es gemäß Branchenverband BDSW rund 5.600
kleine und mittlere Sicherheitsdienste. Wir fühlen uns in diesem Umfeld
sehr wohl. Es bietet attraktive Möglichkeiten für Übernahmen. Und
inzwischen sind wir so professionell auf-gestellt wie die beiden
Branchenführer. Gleichzeitig haben wir unsere mittelständisch geprägte
Unternehmenskultur bewahrt. Diese Mischung schätzen unsere Kunden und
Mitarbeiter.

GBC: Ist eine Expansion über den Großraum München hinaus für Sie denkbar?

Oliver Reisinger: Die regionalen Eintrittsbarrieren in Sicherheitsmarkt
sind höher als man vielleicht meint. Davon profitieren wir in unserem
Markt. Eine regionale Expansion ist für uns nur durch Übernahme oder
strategische Partnerschaft attraktiv. Falls sich eine Chance ergeben
sollte, wäre der Raum Stuttgart oder Österreich mit seinen Skigebieten
interessant.

GBC: Wo sehen sie sdm in fünf Jahren?

Oliver Reisinger: Sicherlich auf einem ganz anderen Umsatz- und
Ertragsniveau. Ich bin überzeugt davon, dass wir schneller und profitabler
wachsen werden, als viele meinen. In praktisch jedem Kundenkreis -
Unternehmen, Behörden, privates Umfeld - sehen wir in unserer Region in den
kommenden Jahren viel Potenzial. Dieses wollen wir auch durch die
Erweiterung unseres Leistungsspektrums erschließen, unter anderem um
Videoüberwachung.

GBC: Daher der Börsengang?

Oliver Reisinger: Richtig. Für die Videoüberwachung benötigen wir eine
Sicherheits-Alarmzentrale. Der Kauf einer passenden Immobilie ist am Ende
günstiger als die Miete. Der aufwendige Innenausbau ist bei beiden nötig.
Die elektronische Überwachung - künftig auch mit Drohnen - ist weniger
personalintensiv. Auch der Wettbewerb ist geringer. Mit größeren
potentiellen Kunden sind wir bereits im Gespräch. Auch die
datenschutzkonforme Videoüberwachung für Privatimmobilien ist sehr
spannend. Bei einem Monatspreis von 80 Euro müssen wir 600 Kunden gewinnen,
um unseren Umsatz um 5 % zu steigern. Dies sollte im Münchner Süden sehr
gut möglich sein.

GBC: Außerdem wollen Sie durch Übernahmen wachsen?

Oliver Reisinger: Ja. Neben dem organischen Wachstum bieten sich uns
derzeit attraktive Übernahmemöglichkeiten, beispielsweise aufgrund
fehlender Nachfolgemöglichkeiten. Wir würden gerne noch im laufenden Jahr
die erste Akquisition finalisieren und trauen uns 2022 zwei weitere zu.

GBC: Dabei wünschen wir Ihnen viel Erfolg, vielen Dank für die Einblicke.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
http://www.more-ir.de/d/22997.pdf

Kontakt für Rückfragen
GBC AG
Halderstraße 27
86150 Augsburg
0821 / 241133 0
research@gbc-ag.de
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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (4,5a,6a,7,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:
http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung
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Datum und Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie: 21.10.2021 (10:03 Uhr)
Datum und Zeitpunkt der ersten Weitergabe der Studie: 21.10.2021 (10:45 Uhr)

-------------------übermittelt durch die EQS Group AG.-------------------


Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.
Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung
oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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Quelle: dpa-AFX

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