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13.06.2019 13:21:38 - dpa-AFX: WDH/Studie: Zahl der befristeten Jobs stieg im Jahr 2018 auf Rekordhöhe


(Tippfehler in der Überschrift behoben: Jobs)

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Zahl der befristeten Jobs ist nach Erkenntnissen
von Arbeitsmarktforschern im Jahr 2018 auf ein neues Rekordhoch gestiegen.
Insgesamt seien im Vorjahr 3,2 Millionen oder 8,3 Prozent aller Beschäftigten
nur zeitlich befristet beschäftigt gewesen, geht aus einer am Donnerstag
veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
(IAB) hervor. Wie schon in früheren Jahren "erfolgten mehr als zwei von fünf
Einstellungen zunächst auf Basis befristeter Verträge", berichtete Studienautor
Christian Hohendanner.

Den größten Teil davon - nämlich 1,8 Millionen Stellen - machen Jobs aus,
die Chefs ohne Angaben von Gründen von vorneherein befristeten. Dies ist im
Vergleich zu 2017 ein Plus von 14 Prozent. Die sogenannten sachgrundlosen
Befristungen kletterten damit zugleich auf das höchste Niveau seit Erfassung der
Daten, erläutert die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) unter Berufung
auf eine jährlich wiederholte Betriebsbefragung. Über die Entwicklung hatte
zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag) berichtet.

Die Entwicklung steht damit im Widerspruch dem von der großen Koalition
vereinbarten Ziel, sachgrundlose Befristungen künftig einzuschränken. Die
Arbeitsmarktforscher vermuten in dem aktuellen Boom bei sachgrundlosen
Befristungen vor allem rechtliche Gründe. Viele Unternehmen wählten offenkundig
diese auf zwei Jahre begrenzte Variante, weil sie damit das Risiko einer
rechtlichen Anfechtung sicher ausschlössen. Nennen Firmen Gründe, warum sie eine
Stelle nur befristeten, müssten die Sachgründe im Zweifelsfall auch vor Gericht
Bestand haben.

Grundsätzlich sind befristetet Jobs nach Ansicht der IAB-Forscher nicht
unbedingt negativ zu beurteilen. "Befristete Verträge werden häufig als
verlängerte Probezeit genutzt und führen nicht selten in unbefristete
Beschäftigung", betonte Arbeitsmarktforscher Hohendanner. So habe im Jahr 2018
die Übernahmequote unbefristet Beschäftigter mit 44,2 Prozent den höchsten Stand
seit der ersten Messung im Jahr 2009 erreicht. Befristet Beschäftigte
profitierten offensichtlich von der guten Konjunktur. Umgekehrt erhöhe eine
Wirtschaftsflaute das Risiko der Betroffenen, nach dem Ende des Jobs arbeitslos
zu werden./kts/DP/jha
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