21.06.2022 22:29:02 - dpa-AFX: Facebook ändert US-Immobilienanzeigen nach Diskriminierungsvorwürfen

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der Facebook-Konzern Meta wird nach
einer Diskriminierungsklage der US-Regierung sein System zur Personalisierung
von Wohnungsanzeigen ändern. Zugleich wird Meta eine Strafe von 115 054 Dollar
(gut 109 000 Euro) zahlen - den vom Gesetz vorgesehenen Höchstbetrag, wie das
Justizministerium am Dienstag mitteilte.

Immobilienfirmen hätten dafür sorgen können, dass ihre Inserate Menschen mit bestimmter Hautfarbe, Herkunft, Familienstand, Geschlecht oder religiöser
Zugehörigkeit nicht angezeigt wurden, lautete der Vorwurf des Ministeriums für
Wohnungsbau und Stadtentwicklung von März 2019.

Der Kern von Facebooks Geschäftsmodell ist, dass Werbekunden mit ihren
Anzeigen gezielt bestimmte Nutzergruppen ansprechen können. Auch
Immobilienfirmen greifen dazu - in den USA ist zugleich Diskriminierung auf dem
Wohnungsmarkt etwa nach Hautfarbe oder Geschlecht per Gesetz verboten.

Das Problem sah die US-Regierung speziell in einem System, mit dem
Werbekunden ihre Anzeigen an ähnliche Nutzer wie eine von ihnen ausgesuchte
Referenz-Gruppe richten können. Der Algorithmus, der diese ähnlichen Nutzer
auswählt, berücksichtigt dabei auch Merkmale wie Hautfarbe, nationale Herkunft
und Geschlecht, wie das Justizministerium am Dienstag betonte. Die
Vergleichsvereinbarung sehe vor, dass Meta spätestens zum Jahresende die
Funktion nicht mehr für Wohnungsanzeigen nutzen werde. Der Deal zwischen dem
Konzern und der Regierung muss noch vom zuständigen Richter abgesegnet
werden./so/DP/mis
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