19.05.2022 19:15:21 - dpa-AFX: SPORT/Nach Feueralarm in der Halle: Eishockey-Team besiegt auch Dänemark

HELSINKI (dpa-AFX) - Deutschlands Eishockey-Team hat sich bei der
Weltmeisterschaft in Finnland auch von einem Feuer-Ausbruch nicht aus der Ruhe
bringen lassen und den vorzeitigen Viertelfinal-Einzug zum Greifen nah. Nach dem
1:0 (0:0, 1:0, 0:0) gegen Dänemark am Donnerstag kann die Auswahl von
Bundestrainer Toni Söderholm bereits an diesem Freitag gegen Italien (15.20
Uhr/Sport und MagentaSport) für eine Vorentscheidung sorgen. Mit einem
Pflichtsieg gegen den Außenseiter wäre dem WM-Vierten von 2021 der erneute
Einzug in die K.o.-Runde nur noch theoretisch zu nehmen.

Am Donnerstag entschied Deutschland die mit 100 Minuten Verspätung
gestartete Partie gegen Dänemark in Helsinki auch ohne den verletzten
NHL-Stürmer Tim Stützle und die nachgereisten Lukas Reichel und Leon Gawanke für
sich. AHL-Stürmer Marc Michaelis von den Toronto Marlies erzielte das Siegtor im
Powerplay (33. Minute).

Den Schreck einer Hallen-Evakuierung während des Aufwärmens steckte die
Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes gut weg. "Das war nicht die gewohnte
Vorbereitung. Das muss man ausblenden und Profi sein", sagte Kapitän Moritz
Müller bei Sport1.

Rund eine halbe Stunde vor dem ursprünglichen Spielbeginn um 15.20 Uhr
deutscher Zeit hatten Mannschaften, Zuschauer und Journalisten die Halle
verlassen müssen. In Ausrüstung harrten die Spieler im Freien aus. Die Feuerwehr
rückte an und löschte das "kleine Feuer" schnell. Ob oder wann gespielt werden
könnte, war zunächst aber unklar. Verletzte gab es nach Auskunft des
Weltverbands nicht.

"Klar, dass man nicht die gleiche Vorbereitung hat, wenn man eine Stunde vor dem Spiel rumsitzt", sagte Müller weiter. Trotz der widrigen Umstände brachte
sich die Söderholm-Truppe mit dem dritten WM-Sieg in Serie gegen den direkten
Viertelfinal-Konkurrenten in eine Top-Ausgangsposition und wird nun noch
verstärkt: Gegen Italien sind auch die nachgereisten AHL-Verteidiger Gawanke und
AHL-Stürmer Reichel laut DEB-Vizepräsident Andreas Niederberger "sicher eine
Option" für ihren ersten Einsatz im Turnierverlauf.

"Wir bekommen viel Qualität. Wir hoffen, dass sie uns beide einen positiven
Schwung geben", sagte Söderholm. Erst am Spieltag war das Duo in Finnland
eingetroffen - zu kurzfristig, um gegen die Dänen bereit zu sein. Wann Stützle
nach seiner Knie-Verletzung aus dem Spiel gegen Frankreich am Montag (3:2)
wieder mitwirken kann, ist unklar. Als Reaktion auf den Ausfall hatte Söderholm
drei der vier Angriffsreihen umgebaut.

Mit Applaus begrüßte die kleine deutsche Fangemeinde das Team, als dieses
für den auf 17.00 Uhr deutscher Zeit verschobenen Spielbeginn aufs Eis kam. Der
Brandgeruch war noch nicht ganz aus der Halle verschwunden. In dem angesichts
der Tabellenkonstellation wichtigen vierten Vorrundenspiel wirkten beide
Mannschaften im Anfangsdrittel, als ob sie sich erst einmal finden zu müssen. Es
gab kaum torgefährlichen Szenen, nur NHL-Verteidiger Moritz Seider setzte mit
einem Lattenschuss ein Zeichen.

Erst im Mitteldrittel nahm die Intensität zu und Deutschland steigerte sich: In der ersten Überzahl hatte Berlins Stürmer Marcel Noebels bei seinem
Lattentreffer noch Pech (26.). Erst im nächsten Powerplay klappte es besser: Auf
Vorlage des erneut auffälligen Noebels lenkte Michaelis den Puck entscheidend
ab.

Gegen die unangenehmen Dänen mit NHL-Stürmer Nikolaj Ehlers von den Winnipeg Jets und dem ehemaligen NHL-Angreifer Frans Nielsen vom deutschen Meister
Eisbären Berlin blieb das Spiel aber spannend bis zum Schluss. Wie schon beim
wichtigen Sieg gegen die Slowakei (2:1) strahlte NHL-Goalie Philipp Grubauer
aber die nötige Ruhe aus./puk/lap/DP/he

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