22.10.2026 08:21:15 - Aktien Frankfurt Ausblick: Dax vor nächstem Dämpfer
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte am Donnerstag auf seiner Richtungssuche wieder einen Dämpfer erhalten. Nach Zahlen großer US-Konzerne sorgt der Technologiesektor dafür, dass die Stimmung schon wieder umschwenkt, nachdem die Vortagserholung dem Leitindex noch den höchsten Stand seit vier Wochen beschert hatte. Gut eine Stunde vor dem Auftakt signalisiert der X-Dax für den Dax einen 0,7 Prozent tieferen Auftakt bei 25.463 Punkten.
Gute Zahlen des Dax-Schwergewichts SAP können die internationale Technologie-Schwäche vorbörslich nicht aufwiegen. Die Erholung des Nasdaq 100 hatte am Vorabend in New York schon an Schwung verloren und über Nacht ging es für technologielastige Asien-Indizes wie den japanischen Nikkei 225 oder den südkoreanischen Kospi wieder merklich bergab.
Am Markt hieß es, die Mischung weiterer Geschäftsergebnisse von US-Technologieriesen könne die Anleger nicht davon überzeugen, dass die Erholung im KI-Bereich von Dauer ist. Tags zuvor hatten Milliarden-Gewinne des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX die jüngsten Sorgen zwar etwas zerstreut, doch nun würden sie von widersprüchlichen Signalen von Meta und Tesla wieder befeuert, kommentierte der Marktexperte Stephen Innes.
Der Experte sieht das Thema KI in der schwierigen Phase zwischen technologischer Validierung und finanziellem Erfolg. Meta wachse zwar stark, habe aber auch klargemacht, dass der nächste Schub viel kosten werde. Der Meta-Kurs selbst legte in der US-Nachbörse zwar etwas zu, doch neben den Ergebnissen von Tesla wurden auch jene des IT-Riesen IBM und des Halbleiterausrüsters Lam Research über Nacht mit Kursverlusten quittiert.
Als Sinnbild der deutschen Tech-Branche gab der Kurs von Infineon vorbörslich wieder um drei Prozent nach. SAP steht besser da mit einem Anstieg um 0,6 Prozent, doch im Softwarebereich entwickeln sich die Kurse zuletzt häufiger gegenläufig zu Chip-Werten wegen unterschiedlicher Gedanken zu den KI-Auswirkungen. Wegen der jüngsten Entwicklung der Cloudverträge wird SAP etwas zuversichtlicher für die Cloud-Erlöse im Gesamtjahr.
Anders ist die Situation bei Renk : Der Rüstungskonzern verkauft sein Gleitlagergeschäft und kürzt deshalb seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Strategisch mache der Verkauf im Rahmen des Konzernumbaus Sinn, sagte ein Händler. Er hinterfragt aber, ob die Ziele auch bereinigt um den Verkauf als Kürzung angesehen werden können. Der Renk-Kurs sank auf der Plattform Tradegate um 2,7 Prozent.
Nach oben gehen die Kurse bei deutschen Laborausrüstern: Bei Qiagen macht der schwedische Finanzinvestor EQT gemeinsam mit zwei Staats- und Pensionsfonds Ernst mit einer Übernahme. Der Kurs näherte sich vorbörslich mit einem Anstieg um 4,7 Prozent dem Gebot von 46,50 Euro.
Der Sartorius -Kurs legt im Tradegate-Handel außerdem um 1,7 Prozent zu. Eckdaten zu den ersten neun Monaten des Jahres sind Händlern zufolge auf den ersten Blick besser als gedacht. Das Unternehmen sieht sich damit auf gutem Weg zu den Jahreszielen./tih/jha/
Quelle: dpa-AFX