17.05.2022 11:14:47 - dpa-AFX: Studie: Corona-Pandemie treibt Abschied von Brief und Fax voran

BERLIN (dpa-AFX) - Die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft hat sich im
zweiten Jahr der Corona-Pandemie weiter beschleunigt. Das ist das Ergebnis einer
repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter Firmen ab 20
Beschäftigten, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Aus den Ergebnissen lässt sich ablesen, dass in den Unternehmen die
Kommunikation immer seltener per Brief und Fax stattfindet. Erstmals nutzt
weniger als die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) häufig oder sehr häufig die
Briefpost. Im ersten Corona-Jahr 2020 lag dieser Wert noch bei 56 Prozent, 2018
sogar bei 71 Prozent. Auch das Fax wird zum Auslaufmodell: Nur noch 40 Prozent
faxen häufig Dokumente. Vor zwei Jahren waren es noch 49 Prozent, 2018 sogar
noch 62 Prozent. "Wir reden ja schon länger vom papierlosen Büro. Jetzt rückt
zumindest das papierarme Büro ein gutes Stück näher", sagte Bitkom-Präsident
Achim Berg.

Corona sei offensichtlich der Anstoß für viele überfällige
Digitalisierungsmaßnahmen gewesen. "Die Digitalisierung der Kommunikationswege
ist unumkehrbar - und sie hat sich noch einmal deutlich beschleunigt", sagte
Berg. "War der Einsatz etwa von Videokonferenzen und Kollaborationstools durch
die Pandemie in vielen Unternehmen zunächst erzwungen oder aus der Not geboren,
so haben die vielfältigen Vorteile inzwischen auch Zweifler überzeugt. Das
hybride Arbeiten wird der Standard."

Quasi alle Unternehmen kommunizieren per E-Mail (100 Prozent) und
Festnetz-Telefonen (96 Prozent). Smartphones nutzen 83 Prozent der Unternehmen
sehr häufig oder häufig - vor zwei Jahren waren es 81 Prozent und 2018 erst 51
Prozent. In der Corona-Pandemie haben aber vor allem Videokonferenzen einen
Schub erhalten. Sie gehören mittlerweile in 72 Prozent der Unternehmen zum
Alltag, 2020 waren es noch 61 Prozent und 2018 nur 48 Prozent. Jedes zweite
Unternehmen nutzt inzwischen Messenger (51 Prozent), ein leichter Anstieg im
Vergleich zur Studie vor zwei Jahren (50 Prozent). Kollaborationstools wie Slack
, Microsoft Teams oder Google
Workspace setzen 40 Prozent ein (2020: 36 Prozent).

Bei der Nutzung der digitalen Werkzeuge zum gemeinsamen Arbeiten wird das
Potenzial nach Einschätzung des Bitkom allerdings noch lange nicht ausgeschöpft.
So nutzen die meisten Unternehmen nur die elementaren Funktionen: 88 Prozent der
Unternehmen greifen auf Audio- oder Videokonferenzen der Kollaborations-Lösungen
zurück, 83 Prozent nutzen das Terminmanagement. Bei den Einzel- oder
Gruppenchats (81 Prozent) oder der Dateiablage für die Zusammenarbeit an
Dokumenten (77 Prozent) sind die Nutzungswerte ähnlich hoch.

Komplexere Aufgaben werden dagegen seltener mit diesen Tools erledigt. Die
Option einer Verteilung und Verfolgung von Aufgaben nutzen 65 Prozent, die
Zusammenarbeit mit Externen wie Kunden oder Zulieferern immerhin noch 63
Prozent. Beim Wissensmanagement (41 Prozent) oder der Nutzung virtueller
Arbeitsräume (41 Prozent) liegen die Werte dagegen deutlich niedriger. "Häufig
werden in den Unternehmen noch die alten, analogen Abläufe einfach digital
nachgebildet", sagt Berg. "Weitere Effizienzgewinne sind möglich, wenn die
völlig neuen Möglichkeiten digitaler Tools auch in den Arbeitsalltag und die
Unternehmensprozesse integriert werden."/chd/DP/jha
Name WKN Börse Kurs Datum/Zeit Diff. Diff. % Geld Brief Erster Schluss
MICROSOFT DL-,00000625 870747 Frankfurt 263,300 07.07.22 17:42:54 +2,150 +0,82% 263,550 263,650 262,250 261,150
ALPHABET INC.CL C DL-,001 A14Y6H Frankfurt 2.304,000 07.07.22 16:17:11 +60,500 +2,70% 2.324,500 2.327,000 2.265,000 2.243,500

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