28.11.2020 07:30:03 - dpa-AFX: ROUNDUP/Studie: Frauenquote für Topetage von Firmen macht großen Unterschied

BERLIN (dpa-AFX) - Fast die Hälfte der börsennotierten Unternehmen (44
Prozent), für die künftig eine Frauenquote im Vorstand gelten soll, hat bislang
keine Managerin in dem Führungsgremium. Das geht aus einer aktuellen Auswertung
der Organisation Fidar (Frauen in die Aufsichtsräte) hervor, die der Deutschen
Presse-Agentur vorliegt. Darunter sind bekannte Unternehmen wie der
Sportartikelhersteller Adidas , der Pharma- und Agrarchemiekonzern
Bayer und der Energieriese Eon (Stand:
31.Oktober).

Die schwarz-rote Koalition hatte sich grundsätzlich darauf geeinigt, dass
den Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit
mehr als drei Mitgliedern spätestens ab einer Neubesetzung eine Frau angehören
muss. Der Studie zufolge betrifft das 73 börsennotierte Konzerne, bei 32 sitzt
bislang keine weibliche Führungskraft in der Topetage.

"Freiwillig tut sich nichts. Mit der Mindestbeteiligung für Vorstände machen wir Schluss mit frauenfreien Vorstandsetagen in großen Unternehmen", sagte
Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD). Der Studie zufolge liegt der
Anteil der Managerinnen in dem Führungsgremium von insgesamt 190 börsennotierten
Unternehmen bei 11,8 Prozent. Ausgewertet wurde die Konzerne in den
Börsenindizes Dax , MDax und SDax
sowie die aktuell 30 im regulierten Markt an der Börse notierten, voll
mitbestimmten Unternehmen.

Für den Aufsichtsrat gibt es bereits eine Frauenquote: Nach dem seit Mai
2015 geltenden Gesetz müssen Firmen ab einer bestimmten Größe - in der Regel ab
2000 Beschäftigten - frei werdende Posten in dem Kontrollgremium mit Frauen
neubesetzen, bis mindestens ein Anteil von 30 Prozent erreicht ist. Für rund
4000 weitere Firmen sieht das Gesetz vor, sich selbst Zielgrößen für den
Frauenanteil im Vorstand und in anderen Führungsgremien zu geben. Oft wurde dort
jedoch die "Zielgröße Null" festgelegt.

"Nur klare gesetzliche Vorgaben mit Sanktionen führen zu mehr
Gleichberechtigung, zumindest zahlenmäßig", sagte Fidar-Präsidentin Monika
Schulz-Strelow. "Die Aufsichtsräte hatten über fünf Jahre Zeit, mit der
Umsetzung individuell gesetzter Zielgrößen ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit
ihrer Bemühungen für mehr gleichberechtigte Teilhabe in den Führungsebenen zu
setzen." Diese Chance sei vertan worden.

Bei den Kontrollgremien selbst stieg der Frauenanteil in den 190
untersuchten Konzernen den Angaben zufolge leicht auf zuletzt 32,7 Prozent. Das
sei ein Zuwachs von 0,5 Prozentpunkten gegenüber dem Frühjahr. Bei den aktuell
107 Firmen, die der Quote unterliegen, erreichte der Anteil der Managerinnen im
Aufsichtsrat eine Höchststand von 35,4 Prozent. Die 83 nicht der Quote
unterliegenden Firmen kamen lediglich auf 24,4 Prozent. Die Zahlen zeigten
deutlich, welchen Unterschied die verbindliche Frauenquote mache, sagte
Schulz-Strelow./mar/DP/zb
Name WKN Börse Kurs Datum/Zeit Diff. Diff. % Geld Brief Erster Schluss
E.ON SE NA O.N. ENAG99 Xetra 8,906 26.01.21 16:46:55 +0,126 +1,44% 8,902 8,904 8,770 8,780
BAYER AG NA O.N. BAY001 Xetra 51,930 26.01.21 16:47:13 +0,440 +0,85% 51,940 51,950 51,200 51,490
ADIDAS AG NA O.N. A1EWWW Xetra 278,900 26.01.21 16:47:12 +9,900 +3,68% 278,800 278,900 269,000 269,000
Dow Jones BRIC India 15 DR Tot - DOW JONES INDIZES 1.251,84 26.01.21 16:52:18 -36,67 -2,85% 0,000 0,000 1.255,03 1.288,51

© 2000-2021 DZ BANK AG. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen | Impressum
2021 vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH