APA ots news: Nationalbank: Anstieg der Wohnimmobilienpreise bleibt unter der Inflation
OeNB veröffentlicht aktuelle Daten des
Wohnimmobilienpreisindex
Wien (APA-ots) - Die aktuellen Daten zur Entwicklung der
Wohnimmobilienpreise in
Österreich zeigen für das Jahr 2025 einen moderaten Anstieg. Die
Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser stiegen vor dem
Hintergrund gesunkener Zinsen und gestiegener Löhne um 2,1 % (
nominell). Inflationsbereinigt sind die Immobilienpreise angesichts
der durch Statistik Austria veröffentlichten Inflationsrate von 3,8 %
somit 2025 ein weiteres Mal gesunken.
"Der OeNB-Wohnimmobilienpreisindex zeigt, dass sich der Markt
nach der Zinswende schrittweise stabilisiert. Nominal steigen die
Preise wieder moderat, inflationsbereinigt sind Immobilien jedoch
vergleichsweise günstiger als vor einigen Jahren. Daraus kann eine
leicht verbesserte Leistbarkeit von Wohnimmobilien gegenüber 2022 Q3
abgeleitet werden. Es werden nun wieder so viele Wohnimmobilien
verkauft wie im langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig sehen wir
deutliche Unterschiede zwischen Neubau und Bestand sowie zwischen
Wien und dem Rest Österreichs. Für die Finanzstabilität bleibt
entscheidend, dass diese Entwicklung maßvoll verläuft und die Vergabe
von Wohnimmobilienkrediten weiterhin verantwortungsvoll erfolgt.", so
OeNB-Gouverneur Martin Kocher.
Betrachtet man die Entwicklung in den Bundesländern, fällt auf,
dass in Wien die Preise stärker gestiegen sind als im Rest
Österreichs: Die Immobilienpreise für Eigentumswohnungen und
Einfamilienhäuser nahmen in Wien um 2,9 % zu, und damit um 1,3
Prozentpunkte mehr als in Österreich ohne Wien (1,6 %). Längerfristig
betrachtet sind die Wohnimmobilienpreise in Österreich seit Beginn
der Leitzinserhöhung durch den EZB-Rat im dritten Quartal 2022 um 3,3
% gesunken.
Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen reagierten sensitiver
auf Zinsänderungen als Preise für neue
Bei typischen langfristigen Veranlagungen - wie etwa fix
verzinste Anleihen oder Immobilien - reagieren die Preise für
gewöhnlich auf Zinsveränderungen. Jedoch zeigen sich auffällige
Unterschiede in den Preisentwicklungen für neue und gebrauchte
Eigentumswohnungen rund um die letzte Zinswende der EZB. In der
Niedrigzinsphase vor der ersten Anhebung der Leitzinsen am 27. Juli
2022 konnte man sowohl bei neuen als auch bei gebrauchten
Eigentumswohnungen einen starken Preisanstieg beobachten. Die erste
Anhebung der Leitzinsen markiert auch den Wendepunkt der
Preisentwicklung: Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen gingen
zwischen dem 3. Quartal 2022 und dem zweiten Quartal 2024 stark
zurück (-9,4 % in Wien, -6,5 % im Rest Österreichs). Preise für neue
Eigentumswohnungen reagierten in dieser Phase jedoch kaum bzw. sogar
mit einem leichten Anstieg. Seit der ersten Leitzinssenkung am 12.
Juni 2024 sind die Preise für neue und auch für gebrauchte
Eigentumswohnungen wieder gestiegen, wobei der Anstieg bei neuen
Wohnungen etwas deutlicher ausfiel.
Neue Eigentumswohnungen zeigen eine geringe Preisflexibilität
nach unten, das bedeutet Preise sinken kaum. Die Preissetzung
orientiert sich an den in der Vergangenheit hohen Kosten für
Grundstücke, Bau und Finanzierung sowie an den Gewinnerwartungen. Der
Unterschied in der Preisflexibilität spiegelt sich in den
Transaktionen, also der Anzahl der Verkäufe, wider. Während im Neubau
die Transaktionen pro Quartal seit der Leitzinserhöhung am 27. Juli
2022 um 61 % sanken, gingen sie im gebrauchten Segment nur um 26 %
zurück (Q3 2022 - Q2 2024 vs. Q3 2020 - Q2 2022, Quelle: Statistik
Austria).
Seit der ersten Leitzinssenkung am 12. Juni 2024 sind Preise und
Transaktionen wieder angestiegen. Sie befinden sich bei den neuen
Wohnungen mit aktuell rund 2.500 Transaktionen noch deutlich unter
dem langjährigen Durchschnitt (seit 2015) von rund 3.100
Transaktionen pro Quartal; bei den gebrauchten liegen sie mit 10.700
Transaktionen geringfügig über dem langjährigen Durchschnitt von rund
10.500 Transaktionen pro Quartal (Quelle: Statistik Austria).
Die zugehörigen Tabellen und Grafiken finden sich auf der OeNB-
Website .
Weitere Infos finden sich im aktuellen OeNB-Immobilien-Dashboard
.
Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Mag. Marlies Schroeder, MiM
Telefon: +43-1-404 20-6900
E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at
Website: https://www.oenb.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom
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Quelle: dpa-AFX