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02.11.2026 13:57:03 - APA ots news: OeNB/BMF: Austausch zu Finanzmarktstabilität und Finanzbildung

OeNB-Direktorium spricht mit Marterbauer und Eibinger-Miedl
über Finanzmarktstabilität und Finanzbildung

Wien (APA-ots) - Im Rahmen des regelmäßigen Austauschs trafen
OeNB-Gouverneur Martin
Kocher, Vizegouverneurin Edeltraud Stiftinger, Direktor Josef
Meichenitsch und Direktor Thomas Steiner mit Finanzminister Markus
Marterbauer und Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl
zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Finanz- und
Wirtschaftsthemen, insbesondere die Finanzmarktstabilität sowie die
Bedeutung von Finanzbildung für die langfristige finanzielle Vorsorge
- auch im Rahmen des geplanten Zukunftsdepots. Aus Sicht der OeNB ist
es wesentlich, neue Möglichkeiten der langfristigen finanziellen
Vorsorge durch entsprechende Finanzbildungsangebote zu begleiten.

Finanzmarktstabilität: Bankensektor zeigt sich widerstandsfähig

Der österreichische Bankensektor zeigt sich trotz des
herausfordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds
weiterhin widerstandsfähig. Die Profitabilität der vergangenen Jahre
hat die Kapitalausstattung der Banken gestärkt. Ende 2025 lag die
harte Kernkapitalquote bei 19 Prozent und damit deutlich über dem EU-
Durchschnitt von 16,8 Prozent. Gleichzeitig bleiben Risiken
insbesondere im Gewerbeimmobiliensektor bestehen. Die laufende
Beobachtung möglicher Risiken und die Sicherung der
Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems bleiben daher zentrale
Aufgaben.

Im Austausch wurde die Bedeutung eines stabilen und
leistungsfähigen Finanzsystems für die österreichische Wirtschaft
unterstrichen. "Die österreichischen Banken verfügen über eine solide
Kapitalausstattung und sind damit gut aufgestellt, um auch in einem
herausfordernden Umfeld ihre wichtige Funktion für Unternehmen und
private Haushalte zu erfüllen. Gleichzeitig müssen wir bestehende und
neue Risiken weiterhin genau im Blick behalten", so OeNB-Gouverneur
Martin Kocher.

"Trotz eines sehr herausfordernden internationalen Umfelds zeigt
sich der Finanzmarkt in den vergangenen Jahren stabil. Umso wichtiger
ist es aber auch weiterhin, die Budgetkonsolidierung im Auge zu
behalten. Steigende Zinsen und der Verlust des Vertrauens der
Finanzmärkte würden zu einem deutlichen Anstieg des Budgetdefizits
führen. Wir investieren aber lieber in Bildung, Pflege, das
Gesundheitswesen und die Alterssicherung, als in hohe Zinszahlungen",
so Finanzminister Markus Marterbauer.

Zukunftsdepot: Nur etwas mehr als die Hälfte der Menschen
versteht Zinseszinseffekt

Während Österreich bei der Finanzkompetenz im internationalen
Vergleich gut abschneidet, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen OeNB
-Erhebung, dass in einigen Bereichen weiterhin Verbesserungspotenzial
besteht: Zwar haben 93 Prozent der Befragten bei
Finanzproduktentscheidungen Informationen oder Beratung eingeholt,
allerdings nutzten nur 42 Prozent dabei auch unabhängige Quellen. 51
Prozent griffen ausschließlich auf nicht unabhängige Informationen
zurück, etwa von Produktanbietern, aus Werbung oder dem persönlichen
Umfeld. Lediglich 44 Prozent verglichen Finanzprodukte
unterschiedlicher Anbieter. Etwa die Hälfte der Befragten setzt sich
langfristige finanzielle Ziele.

Beim Wissen über langfristige Geldanlage zeigen sich noch Lücken:
Nur 57 Prozent der Befragten konnten eine Frage zum Zinseszins
richtig beantworten, 81 Prozent jene zur Risikostreuung und lediglich
35 Prozent wussten über den Zusammenhang zwischen Marktzinsen und
Anleihepreisen Bescheid. Zwar sparen rund 85 Prozent der Menschen in
Österreich aktiv Geld, aber ein klarer Zusammenhang zwischen
Finanzwissen und Veranlagung zeigt sich nur bei mittleren und höheren
Einkommen. Finanzbildung kann den finanziellen Spielraum nicht
ersetzen - sie hilft aber, ihn bestmöglich zu nutzen.

"Wer über entsprechendes Finanzwissen verfügt, trifft bessere
Entscheidungen im Leben. Unser Ziel ist es, allen Österreicherinnen
und Österreichern das nötige Rüstzeug mitzugeben, um fundierte
finanzielle Entscheidungen zu treffen und ihre Zukunft
eigenverantwortlich zu gestalten. Mit dem Zukunftsdepot wollen wir
bereits bei unseren Jüngsten ansetzen und ihnen neue Chancen für den
langfristigen Vermögensaufbau eröffnen. Entscheidend ist dabei, dass
wir nicht nur neue Möglichkeiten schaffen, sondern auch das
notwendige Wissen vermitteln, um Chancen und Risiken richtig
einschätzen zu können. Mit der neuen Nationalen
Finanzbildungsstrategie und der engen Zusammenarbeit mit der
Oesterreichischen Nationalbank setzen wir genau hier an. Denn wer
früh lernt, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen, schafft die beste
Grundlage für finanzielle Unabhängigkeit und eine selbstbestimmte
Zukunft", so Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl.

"Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig unabhängige,
verständliche und auf unterschiedliche Lebenssituationen abgestimmte
Finanzbildungsangebote sind. Wer langfristig vorsorgen möchte, sollte
die unterschiedlichen Möglichkeiten sowie deren Chancen und Risiken
verstehen. Das gilt auch für das geplante Zukunftsdepot. Deshalb ist
es wichtig, Vorhaben wie dieses von Beginn an mit
qualitätsgesicherter Finanzbildung und Beratung zu begleiten. Die
Nationalbank stellt dafür ihre unabhängige Expertise zur Verfügung",
so Kocher abschließend.

Mit der kürzlich beschlossenen Nationalen Finanzbildungsstrategie
2027-2035 wird die Zusammenarbeit zwischen OeNB, BMF und weiteren
Partnerinstitutionen fortgesetzt. Ziel ist es, Finanz- und
Wirtschaftswissen breiter zu verankern und Menschen in Österreich
dabei zu unterstützen, fundierte und eigenverantwortliche finanzielle
Entscheidungen zu treffen. Was das bedeutet, zeigen die vier
Praktiken der Strategie: Beiträge realistisch einplanen und einen
finanziellen Puffer behalten (verantwortungsvoll mit Geld umgehen),
den langen Anlagehorizont nutzen (langfristig planen), Chancen und
Risiken von Kursschwankungen abwägen (bewusst entscheiden) und sich
unabhängig informieren und beraten lassen (verlässlichen Rat holen).

OeNB Report 2026/28: International Survey of Adult Financial
Literacy 2026

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
   Oesterreichische Nationalbank 
   Mag. Marlies Schroeder, MiM 
   Telefon: +43-1-404 20-6900 
   E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at 
   Website: https://www.oenb.at 


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Quelle: dpa-AFX

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