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09.10.2026 11:15:17 - Gefährlicher Smog in Südostasien - auch Schulen schließen
KUALA LUMPUR/JAKARTA (dpa-AFX) - Die seit Wochen andauernden Wald- und Flächenbrände in Indonesien hüllen Südostasien vielerorts in dichten Smog. Während in dem Land selbst bedenkliche Luftverschmutzungswerte gemessen werden, ordneten die Behörden im benachbarten Malaysia aus gesundheitlichen Bedenken großflächig Schulschließungen an.
Im Stadtstaat Singapur, wo dieses Wochenende der Grand Prix der Formel 1 stattfindet, werden ebenfalls alarmierend hohe Schadstoffwerte verzeichnet.
"Den Menschen fällt das Atmen schwer"
"Die Luftqualität hat sich so stark verschlechtert, dass den Menschen das Atmen schwerfällt", sagte die Mitarbeiterin eines Krankenhauses in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben einen massiven Zustrom von Patienten mit akuten Atemwegsproblemen, starkem Husten und verschlimmertem Asthma."
Wetterphänomen El Niño führt zu großer Trockenheit
Indonesien erlebt eine der schwersten Waldbrandsaisons seit Jahren. Dazu trägt nach Angaben von Experten das diesmal besonders extrem ausfallende Wetterphänomen El Niño bei, das in der Region zu ausgeprägter Trockenheit führe. In Teilen der Insel Sumatra werden derzeit gefährlich Smogwerte gemessen, im Flugverkehr kam es wegen schlechter Sicht nach Behördenangaben zu Verzögerungen.
Viele Brände in Indonesien - auch durch Brandrodung
Das indonesische Forstministerium zählt derzeit Hunderte aktive Brände. Viele von ihnen werden allerdings auch durch illegale Brandrodung verursacht. Oft breiten sich die Feuer auf ausgetrockneten Torfflächen unter der Erde weiter aus und erzeugen über Tage oder Wochen hinweg dichten Rauch, der auch Malaysia sowie die Kleinstaaten Singapur und Brunei erreicht.
Klage gegen Indonesiens Regierung
Die Brände und ihre Auswirkungen führten zu einer Sammelklage gegen die indonesische Regierung. Eingereicht wurde sie unter anderem von einem Bündnis indigener Völker auf der Insel Borneo. Die Kläger werfen der Regierung von Präsident Prabowo Subianto grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit den Feuern und der Luftverschmutzung vor und fordern die Ausrufung des nationalen Notstands.
Weltverband: Formel 1 nicht in Gefahr
Mit Blick auf das Formel-1-Rennen in Singapur erklärte der Motorsport-Weltverband Fia, dass der Smog aus Indonesien keine Bedrohung für den Grand Prix darstelle. Sollte sich die Luftverschmutzung verschlimmern, könne es aber zu Einschränkungen bei Aktivitäten im Freien kommen. Diese würden sich aber vor allem auf das Unterhaltungsangebot und weniger auf das Fahrerlager und die Rennstrecke beziehen./apa/DP/mis
Quelle: dpa-AFX