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07.10.2026 11:52:47 - Kreise: EU plant Einfuhrbeschränkung für chinesische Hybridautos

BRÜSSSEL (dpa-AFX) - Die Europäische Union bereitet Kreisen zufolge Maßnahmen zur Begrenzung der Einfuhr von chinesischen Hybridfahrzeugen in den Wirtschaftsraum vor. Die Europäische Kommission könnte Beschränkungen verhängen, nachdem die Verkäufe von in China hergestellten Hybridfahrzeugen in Europa stark angestiegen seien, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Diese machen dem Bericht zufolge mittlerweile ein Viertel des Gesamtabsatzes aus. Der Zuwachs der Einfuhren chinesischer Elektrofahrzeuge habe sich hingegen verlangsamt, weil für diese bereits hohe EU-Zölle fällig werden.

Die EU kann durch Schutzmaßnahmen Produkte aus einem bestimmten Sektor beschränken, wenn es zu einem sprunghaften Anstieg der Importe kommt. So kann sie etwa Zollkontingente einführen, bei denen Importe ab einer bestimmten Menge mit einer Abgabe belegt werden. Die von der Europäischen Union vorgeschlagene Obergrenze wäre zeitlich befristet, berichtete Bloomberg weiter.

Die Aktien deutscher Autohersteller zogen nach Bekanntwerden des Berichts zwischenzeitlich deutlich an und stiegen teils auf Tageshochs. Zuletzt drehten Papiere von BMW und Mercedes-Benz jedoch wieder mit jeweils rund einem Prozent Abschlag ins Minus. Volkswagen -Aktien gewannen hingegen 2,6 Prozent, während die Titel der Konzerntochter Porsche AG um rund ein Prozent nachgaben.

Hybridfahrzeuge könnten als Testfall herangezogen werden. Sollten die Maßnahmen Wirkung zeigen, dann könnten diese auch auf andere Sektoren übertragen werden, in denen die EU Handelsungleichgewichte feststelle, hieß es weiter. Ein Sprecher der Kommission lehnte gegenüber Bloomberg eine Stellungnahme ab.

Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten sich gemeinsam für neue Schutzinstrumente ausgesprochen. Systematisch marktverzerrende Praktiken gefährdeten den Wettbewerb für europäische Unternehmen und führten zu zunehmenden Abhängigkeiten, heißt es in einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die Regierungschefs schlagen unter anderem ein Instrument vor, das eine zu starke Abhängigkeit von Lieferanten aus einzelnen Ländern verhindern soll. Zudem soll ein Verfahren geschaffen werden, mit dem ein anderes Land im Eilverfahren vom europäischen Binnenmarkt ausgeschlossen werden könnte.

Ein bestimmtes Land nennen Merz und Macron dabei nicht. Hintergrund dürfte aber vor allem die chinesische Handelspolitik sein. Die EU wirft China unter anderem staatliche Subventionen und Überkapazitäten vor, die europäischen Unternehmen den Wettbewerb erschwerten.

Derweil kritisierte China Deutschland und Frankreich wegen ihrer Forderung nach neuen europäischen Schutzinstrumenten gegen unfaire Handelspraktiken bereits kurz vor dem Bloomberg-Bericht. "Protektionismus kann die Wettbewerbsfähigkeit nicht steigern", sagte ein Sprecher des Handelsministeriums in Peking. Eine Abkopplung und das Kappen von Lieferketten schadeten anderen und nützten einem selbst nicht.

Die Kritik aus Peking kam unmittelbar vor neuen Handelsgesprächen. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic wird am Donnerstag und Freitag in Peking erwartet. Dort sind Gespräche mit Chinas Handelsminister Wang Wentao über die angespannten Wirtschaftsbeziehungen geplant./mne/men/mis


Quelle: dpa-AFX
Name WKN Börse Kurs Datum/Zeit Diff. Diff. % Geld Brief Erster Schluss
BAY.MOTOREN WERKE AG ST 519000 Xetra 53,000 07.10.26 12:50:24 -1,640 -3,00% 53,000 53,020 54,320 54,640
VOLKSWAGEN AG VZO O.N. 766403 Xetra 69,520 07.10.26 12:50:24 +0,640 +0,93% 69,520 69,560 68,460 68,880
MERCEDES-BENZ GRP NA O.N. 710000 Xetra 39,095 07.10.26 12:50:30 -1,605 -3,94% 39,085 39,105 40,400 40,700
RENAULT INH. EO 3,81 893113 Xetra 26,310 07.10.26 12:48:58 +0,500 +1,94% 26,330 26,360 26,040 25,810
STELLANTIS NV EO -,01 A2QL01 Xetra 4,102 07.10.26 12:50:18 +0,040 +0,98% 4,103 4,109 4,119 4,062

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