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05.10.2026 06:28:47 - Bauschaum-Attacken im Auftrag Russlands? - Prozessbeginn

ULM (dpa-AFX) - Wegen einer Reihe von Bauschaum-Attacken auf hunderte Fahrzeuge in vier Bundesländern stehen drei junge Männer und eine Frau nun vor einem Gerichtsverfahren. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die 18 bis 21 Jahre alten Angeklagten der gemeinschaftlichen Sachbeschädigung. Einer von ihnen hat sich zu den Taten geäußert. Zum Auftakt des Prozesses heute in Ulm sollen zwei Zeugen aussagen, wie eine Sprecherin des Amtsgerichts erklärte.

Die Gruppe soll nach Angaben der Anklagebehörde im Dezember 2024 zahlreiche Autos in Blaubeuren, Langenau, Ulm, Neu-Ulm, Schönefeld in Brandenburg und Berlin gezielt beschädigt haben. Der entstandene Schaden belaufe sich auf mehr als 13.000 Euro. Den Angeklagten wird vorgeworfen, Bauschaum in die Abgasrohre der Fahrzeuge gefüllt zu haben. Für die Autobesitzer war das ärgerlich. Denn ist der Montageschaum erst einmal ausgehärtet, lässt er sich nicht mehr so leicht entfernen. Zudem sollen sie an die Autos Aufkleber mit dem Schriftzug "SEI GRÜNER!" und einem Bild des damaligen grünen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck geklebt haben.

Wer sind die Drahtzieher der Sabotage?

Hinter der vermeintlich einfachen Sachbeschädigung steckt aus Sicht der Ermittler ein plumper Versuch der Einflussnahme auf die Bundestagswahl 2025. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft stiftete ein Auftraggeber die vier gezielt zu den Aktionen an, um das Wahlverhalten der Bevölkerung in Deutschland zu beeinflussen. Als Gegenleistung seien ihnen 100 Euro je beschädigtem Auto versprochen worden.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt seit längerem vor Versuchen russischer Geheimdienste, für Spionage und Sabotage in Deutschland "Wegwerfagenten" zu rekrutieren. Deren Taten werden von den Sicherheitsbehörden als Teil der hybriden Bedrohung eingeschätzt, der Deutschland vor allem seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ausgesetzt ist. "Wegwerfagenten" sind keine offiziellen Geheimdienstmitarbeiter - sie werden für Sabotage, Propaganda oder Ausspähung eingesetzt.

Die Ermittlungen gegen die Drahtzieher der Bauschaum-Sabotage sind inzwischen eingestellt worden. Laut früheren Angaben der Staatsanwaltschaft hatte ein Tatverdächtiger berichtet, dass die Taten durch einen wohl serbischen Staatsangehörigen aus Russland in Auftrag gegeben worden seien. Dessen Identität ist weiterhin ungeklärt./poi/DP/zb


Quelle: dpa-AFX

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