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01.10.2026 18:19:36 - Auch Tamoil: Energiekonzerne deckeln Kraftstoffpreise in Italien
ROM (dpa-AFX) - Der italienischen Kraftstoffkonzern Tamoil deckelt seine Preise und folgt damit Eni , IP (Italiana Petroli) und Q8. Damit sind nun die vier größten Tankstellenbetreiber Italiens einem Appell der Regierung nachgekommen. Italiens Ministerpräsidentin Georgia Meloni hatte sich im Anschluss an die Ankündigungen in einer Mitteilung bei den Konzernen bedankt.
Tamoil wolle "durch die Umsetzung von Maßnahmen zur Eindämmung der Kraftstoffpreise konkret dazu beitragen, die Mobilität der Bürger zu sichern". Q8 erklärte, die Maßnahme sei auf "Verbraucherschutz und die Aufrechterhaltung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet". Als erster Konzern hatte Eni bereits eine Woche zuvor einen Preisdeckel angekündigt, der seit Montag gilt. Das hatte zu einem großen Andrang vor Eni-Tankstellen geführt. Zunächst gelten die Rabatte bis Ende Oktober.
Alle vier Anbieter machten geopolitische Krisen für die derzeit hohen Kraftstoffpreise verantwortlich. "Vor diesem Hintergrund möchte Eni einen weiteren Beitrag der Solidarität mit dem Land, den Verbrauchern und seinen Kunden leisten", begründete der Konzern den Schritt.
Staatliche Entlastungen reduziert
Die italienische Regierung fährt eine derzeitige Entlastung für Dieselpreise schrittweise herunter. Am Samstag wurde der Rabatt auf die Verbrauchsteuer von 12,2 Cent pro Liter auf 6,1 Cent pro Liter reduziert. Der Rabatt gilt bis zum 5. Oktober, es soll dann aber eine "flexible Verbrauchsteuer" auf Kraftstoffe greifen: ein Mechanismus, mit welchem die Regierung Kraftstoffpreise durch Steueranpassungen reguliert, allerdings ohne festgelegte Höhe.
Italienische Autofahrer dürften also dankbar sein für die Entlastungen vonseiten der Unternehmen, jetzt, wo die staatlichen Rabatte runtergefahren werden. Die Durchschnittspreise für Benzin und Diesel sinken in Italien derzeit wieder leicht, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die staatliche Beobachtungsstelle für Kraftstoffpreise mitteilte.
Proteste von Transportunternehmen
Dennoch macht sich Unmut breit in Branchen, die besonders von hohen Spritpreisen betroffen sind. So haben etwa sizilianische Transportunternehmen für Mitte Oktober einen Streik angekündigt, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. "Wir werden mit unseren Lkw auf unseren Stellplätzen stehen bleiben, bis die Regierung uns Antworten gibt", erklärte der Koordinator des Komitees der sizilianischen Spediteure, Salvatore Bella, in einer Mitteilung. Auch Taxi-Gewerkschaften hatten angesichts der hohen Kraftstoffpreise mit Streiks gedroht./wum/DP/jha
Quelle: dpa-AFX