NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag nach einem von stärkeren Ölpreisschwankungen geprägten Handel letztlich keine einheitliche Richtung gefunden und wenig verändert geschlossen. Der Dow Jones Industrial
verzeichnete ein Minus von 0,31 Prozent bei 51.349,98 Punkten. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,02 Prozent auf 7.704,13 Zähler. Für den Nasdaq 100 ging es am Ende um 0,03 Prozent auf 30.478,85 Punkte aufwärts.
Zunächst hatten Warnungen eines iranischen Regierungsvertreters, dass die geopolitische Lage im Nahen Osten weiter eskalieren und auf noch mehr Regionen übergreifen könnte, die Ölpreise deutlich in die Höhe getrieben und für steigende Anleiherenditen sowie Inflationsängste gesorgt.
Im weiteren Handelsverlauf wurde der Ölpreisanstieg nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters deutlich eingebremst. Demnach sprächen die Kriegsparteien USA und Iran in New York über einen schrittweisen Plan zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Im Gegenzug könnten die USA die wirtschaftliche Blockade der Islamischen Republik aufheben, wie es unter Berufung auf gesprächsnahe Kreise hieß. Im späten Geschäft erklommen die Ölpreise aber wieder ihr voriges hohes Niveau.
Unter den Einzelwerten standen erneut die Aktien von Meta im Fokus. Sie setzten ihre jüngste Kursrally mit einem Anstieg von 4,5 Prozent auf 777,59 Dollar und erklommen den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr. Zudem näherte sich der Kurs dem Rekordhoch in Höhe von rund 796 Dollar aus dem Sommer 2025. Allein im September legte der Börsenwert des Facebook-Mutterkonzerns um rund 35 Prozent auf knapp zwei Billionen Dollar zu.
Meta-Aktien profitierten zuletzt von einer erfolgreichen Markteinführung ihres KI-Assistenten Muse, dem ein großes Potenzial im Online-Handel eingeräumt wird. Auf einer Fachmesse gab das Unternehmen zudem Partnerschaften, unter anderem mit Walmart , Best Buy sowie Shopify bekannt und kündigte eine neue Smart-Brille an. Einige Analystenhäuser äußerten sich sehr positiv zu den Neuigkeiten und erhöhten ihre Kursziele für Meta.
Die Aktien von Oracle sackten um 3,5 Prozent ab. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, unternimmt der Software- und Datenbankkonzern Schritte, um sich vor hohen Kosten für ein riesiges Rechenzentrum zu schützen, das derzeit in New Mexico errichtet wird. Das Projekt sei von baulichen Widerständen und behördlichen Rückschlägen geprägt. Oracle habe dem Projektentwickler eine Mitteilung unter Berufung auf "höhere Gewalt" zugestellt, um damit gegebenenfalls Zahlungen aufzuschieben, falls das Rechenzentrum nicht wie geplant im Jahr 2028 in Betrieb genommen werden könne.
Die Papiere von Dropbox gehörten mit minus 4,6 Prozent ebenfalls zu den klaren Verlierern. Sie wurden von der Citigroup zum Verkauf empfohlen. Analyst Steven Enders glaubt, dass die Aktie zu viel vorweggenommen habe, mit Blick auf die Chancen in puncto KI-Strategie des Speicherplatzanbieters. Vor einigen Tagen hatte der Kurs das höchste Niveau seit der Frühphase des Börsengangs im Jahr 2018 erreicht.
Die Titel von MGM Resorts verzeichneten einen Kursrückgang von 11 Prozent. Der bislang mit einem Minderheitsanteil beteiligte Medienkonzern People Inc hat seine Übernahmeofferte für die restlichen Anteile an der Hotel- und Casinokette zurückgezogen.
Für die Anteilsscheine von Everpure ging es um gut 11 Prozent nach oben. Der Anbieter von Flash-Speichern und Datenmanagement-Lösungen überzeugte die Anleger mit seinem mittelfristigen Umsatzausblick./edh/nas
Quelle: dpa-AFX