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24.09.2026 21:08:44 - Kein Visum: Sudans Staatschef fehlt bei UN-Versammlung

NEW YORK/KHARTUM (dpa-AFX) - Der sudanesische De-facto-Machthaber Abdel-Fattah al-Burhan hat wegen eines fehlenden Visums bisher offensichtlich nicht in die USA einreisen und auf der UN-Generalversammlung sprechen können. Ursprünglich war al-Burhans Rede für Donnerstagmittag (Ortszeit) vorgesehen gewesen, fand aber nicht wie geplant statt. Sudanesische Medien berichteten unter Berufung auf diplomatische Kreise, al-Burhan habe bisher kein Visum für die USA erhalten. Das US-Außenministerium erklärte auf Anfrage, sich grundsätzlich nicht zu einzelnen Visafällen zu äußern.

Ein UN-Sprecher sagte, UN-Generalsekretär António Guterres sei besorgt, dass al-Burhan Berichten zufolge bisher kein Visum erhalten habe. Guterres fordere die USA als Gastland nachdrücklich auf, sicherzustellen, dass Visa erteilt werden. Die uneingeschränkte Teilnahme aller Delegationen an der Arbeit der Vereinten Nationen sei unerlässlich für ihr Funktionieren.

Das UN-Sekretariat habe die Angelegenheit umgehend bei den Behörden der Vereinigten Staaten zur Sprache gebracht, hieß es. Ob die Rede während der noch bis einschließlich Montag - mit einer Pause am Sonntag - andauernden Generaldebatte nachgeholt werden kann, oder ob Außenminister Mohi el-Din Salem einspringen könnte, war zunächst unklar.

Diplomatischer Streit zwischen USA und Sudan

Massad Boulos, der Berater der US-Regierung für die afrikanischen und arabischen Staaten, hatte vor wenigen Tagen auf der Plattform X geschrieben, weder die sudanesische Regierungsarmee SAF noch die Miliz RSF, die sich seit April 2023 in einem blutigen Bürgerkrieg bekämpfen, repräsentierten eine legitime, verfassungsgemäße Regierung für den Sudan.

Die sudanesische Übergangsregierung, an deren Spitze al-Burhan steht, wies die Stellungnahme des US-Außenministeriums nachdrücklich zurück und bekräftigte ihre nationale Souveränität.

Der Bürgerkrieg im Sudan hat nach UN-Angaben zur größten humanitären Krise weltweit geführt. Mehr als elf Millionen Menschen mussten vor den Kämpfen fliehen, viele von ihnen mehrfach. Knapp 20 Millionen Menschen in dem Land mit gut 51 Millionen Einwohnern haben nicht genug zu essen. Sowohl der SAF als auch die von al-Burhans früherem Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo geführte RSF werden Menschenrechtsverbrechen und Kriegsverbrechen vorgeworfen./apo/DP/zb


Quelle: dpa-AFX

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