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26.08.2026 06:19:34 - Mehr Beschwerden wegen aufgedrängter Verträge
BERLIN (dpa-AFX) - Die Verbraucherzentralen registrieren mehr Ärger über aufgedrängte Verträge etwa für Bücher, Zeitschriften und Glücksspiele. Im ersten Halbjahr wurden dazu mehr als 24.000 Beschwerden erfasst - sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Chefin des Bundesverbands, Ramona Pop, forderte eine Bestätigungspflicht für langfristige Verträge, die per Telefon entstehen. "Sie müssen mit zeitlichem Abstand in Textform bestätigt werden, sonst sind sie nicht gültig", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.
"Untergeschobene Verträge sind eine echte Kostenfalle", kritisierte Pop. "Verbraucherinnen und Verbraucher werden überrumpelt, etwa am Telefon, und stehen dann mit einem langfristigen Vertrag da, den sie so überhaupt nicht abschließen wollten." Das Problem kenne man seit vielen Jahren. Der Verband fordert daher, dass es endlich eine gesetzliche Schutzregelung geben müsse.
Häufigste Ärgernisse
Generell können aufgedrängte Verträge über verschiedene Wege zustande kommen. Bei den rund 24.000 Beschwerden, die deswegen im ersten Halbjahr bei den Verbraucherzentralen eingingen, drehte es sich am häufigsten um den Bereich Bücher, Zeitschriften und Zeitungen mit einem Anteil von 18 Prozent. Mit 14 Prozent folgten digitale Dienste wie zum Beispiel Kündigungsservices zum Beenden von Handyverträgen oder Versicherungen. Zehn Prozent der Beschwerden betrafen Verträge zu Glücksspielen, Gewinnspielen und Lotterien.
Im Visier stehen Verträge, die bei näherem Überlegen nicht abgeschlossen worden wären. Teils wissen Verbraucherinnen und Verbraucher nicht, dass sie einen Vertrag geschlossen haben - etwa, wenn von Probeabos die Rede war.
Plus bei Gesamtzahl der Beschwerden
Insgesamt landeten bei den Verbraucherzentralen von Januar bis Ende Juni 170.000 Beschwerden zu verschiedenen Anliegen - vier Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Die Zahlen basieren den Angaben zufolge auf der Erfassung der Vorgänge in den bundesweit etwa 200 Beratungsstellen der 16 Verbraucherzentralen. Direkte Rückschlüsse auf die Häufigkeit bestimmter Probleme in der Gesamtbevölkerung sind daraus demnach aber nicht ableitbar./sam/DP/stk
Quelle: dpa-AFX