Börseninformationen

21.08.2026 14:18:26 - WDH/Metall-Arbeitgeber fordern mehr Reformtempo von Merz

(Vorname von Healthineers-Chef ergänzt)

MÜNCHEN/STUTTGART (dpa-AFX) - Wirtschaftsverbände und Vertreter namhafter bayerischer und baden-württembergischer Unternehmen haben sich in einem Brandbrief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für schnelle Sozialreformen in Deutschland starkgemacht. Hohe Energiekosten, internationaler Wettbewerb und ein sich wandelndes wirtschaftliches Umfeld belasteten viele Betriebe spürbar, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Gerade in dieser Lage entscheidet die konkrete Ausgestaltung sozial- und wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen darüber, ob Unter- nehmen wettbewerbsfähig bleiben, Arbeitsplätze halten und Investitionen an unseren Standorten tätigen können." Zu den insgesamt 17 Unterzeichnern gehören Vertreter von Unternehmen wie der Siemens AG, besonders stark vertreten ist die Automobilbranche mit Unternehmen wie Audi, BMW , Porsche und dem Zulieferer ZF. Darüberhinaus haben die Spitzen der Metall-Arbeitgeberverbände von Bayern und Baden-Württemberg unterschrieben.

Healthineers: Regierung nicht für Wachstum zuständig

Allerdings hatte sich der Vorstandschef des Dax -Konzerns Siemens Healthineers genau gegensätzlich geäußert. In einem dpa-Interview sagte Bernd Montag: "Mir persönlich gefällt dieses Rumgenörgel einfach nicht. Weil ich sage: Das sind Unternehmen, wir sind nicht in einer Planwirtschaft oder Staatswirtschaft", sagte Montag in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Dauernd auf die Regierung zu schauen, finde ich schwierig." Er habe nicht das Verständnis, dass die Regierung für Wirtschaftswachstum verantwortlich sei, betonte der Chef des Medizintechnik-Konzerns.

Arbeitskosten müssen runter

In dem Brief der Wirtschaftsführer an den Kanzler, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es, der Anteil der Sozialbeiträge an den Arbeitskosten müsse von derzeit 42 Prozent wieder an die 40-Prozent-Marke angenähert werden. "Wir fordern echte Strukturreformen in allen Zweigen der Sozialversicherung, die an der Kostenseite ansetzen und den stetigen Anstieg der Ausgaben abbremsen. Nur wenn das gelingt, können wir die Arbeitskosten am Standort Deutschland wieder auf ein Niveau senken, das im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig ist", heißt es in dem Brief weiter.

Die Unternehmen und Wirtschaftsverbände machen sich ferner für den Erhalt eine Blocklösung bei der Altersteilzeit stark. Dies sei die Variante, die in 99,5 Prozent aller Fälle von Unternehmen und von Arbeitnehmern gewählt werde. "Eine Abschaffung wäre ein unbegründeter Eingriff in ein funktionierendes und dringend benötigtes Instrument der Transformation." Insgesamt müsse die Arbeitszeit flexibler werden, eine Höchstgrenze von zehn Stunden täglich sei veraltet./dm/DP/nas


Quelle: dpa-AFX
Name WKN Börse Kurs Datum/Zeit Diff. Diff. % Geld Brief Erster Schluss
BAY.MOTOREN WERKE AG ST 519000 Xetra 59,260 21.08.26 17:11:52 +1,340 +2,31% 59,240 59,280 58,400 57,920
SIEMENS AG NA O.N. 723610 Xetra 280,650 21.08.26 17:11:52 +4,650 +1,68% 280,600 280,650 275,500 276,000
SIEMENS HEALTH.AG NA O.N. SHL100 Xetra 40,160 21.08.26 17:11:42 +0,350 +0,88% 40,140 40,160 39,640 39,810

© 2000-2026 DZ BANK AG. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen |
2026 Infront Financial Technology GmbH