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05.08.2026 18:25:05 - AKTIEN IM FOKUS 2: SpaceX fallen trotz starker Quartalszahlen gen Rekordtief
(neu: Kurse, Deutsche Bank, Lock-up-Vereinbarung)
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aktien von SpaceX haben sich am Mittwoch trotz positiv aufgenommener Quartalszahlen wieder Richtung Rekordtief bewegt. Denn die bei Elon Musks Weltraum- und KI-Firma engagierten Anleger sind mittlerweile skeptischer und hinterfragen die rosigen Versprechungen des Multimilliardärs bezüglich der Umsatzentwicklung des Unternehmens jetzt stärker als noch vor einigen Monaten.
Zudem hängt das Risiko eines plötzlichen Überangebotes an Anteilscheinen wie ein Damoklesschwert über dem Unternehmen. Schon am Donnerstag endet eine erste Sperrfirst, die es Insidern verbietet, sich von ihren Papieren zu trennen.
Die Aktien von SpaceX sackten um 8,4 Prozent auf 114,76 US-Dollar ab und zählten zu den schwächsten Werten im leicht nachgebenden Technologieindex Nasdaq 100 . Damit näherten sie sich wieder ihrem Rekordtief von Ende August bei knapp unter 105 Dollar.
SpaceX war am 12. Juni an die Börse gegangen. Der seinerzeitige Ausgabepreis von 135 Dollar wurde bereits Mitte Juli unterschritten.
Jetzt legte SpaceX erstmals seit dem Börsengang Geschäftszahlen vor. Diese seien stark gewesen, denn sie hätten die Erwartungen locker übertroffen, schrieb Analyst Edison Yu von Deutsche Bank Research. Der kurzfristige Wachstumstrend wirke wesentlich robuster als bisher von ihm gedacht. Er erwähnte als negativen Aspekt aber auch einen massiven Investitionsanstieg im kommenden Jahr.
Als Ergebnis der massiven Ausgaben stellte Elon Musk für SpaceX die Marke von einer Billion US-Dollar Jahresumsatz in Aussicht. Man rechne damit für 2030, ein Jahr früher als zuvor, sagte Musk in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Auch bekräftigte er Pläne, Rechenzentren in die Umlaufbahn zu bringen und über den Satelliten-Internetdienst Starlink großen Telekommunikations-Anbietern Konkurrenz zu machen.
Doch die Anleger kauften Musk die großen Versprechen diesmal nicht ab. Denn SpaceX ist aktuell von der Billionen-Umsatzmarke meilenweit entfernt.
Am Donnerstag läuft eine Haltefrist für weitere Aktien von Firmeninsidern und frühen Investoren aus (Lock-up-Vereinbarung), die dann in den Handel kommen könnten. Ein höheres Angebot könnte bei gleichbleibender Nachfrage zu niedrigeren Kursen führen.
Das ist zwar an sich nicht neu, doch die konkrete Ausgestaltung der Lock-up-Vereinbarung bei SpaceX ist historisch bislang einmalig und sorgt so für Verunsicherung. Denn die Vereinbarung ist in insgesamt neun Phasen gestaffelt. Die Konstruktion zielt zwar darauf ab, die Auswirkungen der enormen Menge an gesperrten Aktien abzuschwächen, doch wegen des schieren Umfangs der ersten Phase zögern selbst die langfristig orientierten Investoren von SpaceX, Prognosen abzugeben, wie viele Papiere letztlich auf den Markt kommen werden.
"So etwas haben wir noch nie gesehen, wir haben noch nie etwas in dieser Größenordnung erlebt, wir haben noch nie erlebt, dass eine Sperrfrist auf diese Weise schrittweise eingeführt wurde", sagte Peter Singlehurst, Leiter des Teams für Privatunternehmen bei Baillie Gifford, das 2018 erstmals in das Unternehmen von Elon Musk investierte. "Wir befinden uns auf unbekanntem Terrain."/la/tih/he
Quelle: dpa-AFX