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04.08.2026 09:52:20 - Ungarns AKW Paks entgeht in Hitzewelle knapp der Abschaltung
PAKS/BUDAPEST (dpa-AFX) - Das ungarische Atomkraftwerk Paks ist infolge des niedrigen Wasserstands der Donau knapp der Totalabschaltung entgangen. "Morgens gegen halb zwei waren wir nur wenige Millimeter von der vollständigen Abschaltung entfernt", schrieb Ministerpräsident Peter Magyar auf seiner Facebook-Seite. "Doch dann fand das Absinken des Wasserstands (der Donau) ein Ende, und am Morgen stieg er um 1,5 Zentimeter", hielt der Politiker Dienstagfrüh fest.
Derzeit würde das AKW, das normalerweise für ein Drittel des Stromverbrauchs aufkommt, "unter sicheren Umständen seine letzte Turbine betreiben", fügte er hinzu. Das AKW Paks mit seinen vier Reaktorblöcken liegt etwa 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Budapest und bezieht sein Kühlwasser aus der Donau. Deren Pegel befindet sich in Ungarn derzeit auf historischen Tiefständen.
Das mitteleuropäische Land wird gegenwärtig wie auch andere Länder des Kontinents von einer Hitzewelle erfasst. Mit dem Betrieb der einen Turbine beläuft sich die Leistung des AKW Paks auf 240 Megawatt, was nach Angaben des ungarischen Landesenergieamtes (OAH) gerade mal 12 Prozent der Gesamtleistung im Normalbetrieb entspricht.
Am letzten Wochenende hatte es noch so ausgesehen, dass Paks wegen des niedrigen Wasserstands der Donau früher oder später hätte völlig heruntergefahren werden müssen. Es wäre dies die erste Komplettabschaltung seit Inbetriebnahme des ersten Reaktorblocks im Jahr 1982 gewesen. Seit der Nacht zum Dienstag steigen jedoch die Wasserstände der Donau in Ungarn wieder geringfügig an.
Der Minimalbetrieb des einzigen AKWs in Ungarn führt dennoch zu erheblichen Lücken in der Stromproduktion. Abschaltungen oder angeordnete Drosselungen gibt es aber derzeit keine. Regierungschef Magyar hatte schon vor mehreren Tagen Wirtschaft und Bevölkerung dazu aufgefordert, mit dem Stromverbrauch sparsam umzugehen.
Zahllose Unternehmen führten indes Maßnahmen durch, um ihren Energieverbrauch zu reduzieren, vor allem in den abendlichen Spitzenzeiten. Nach Angaben Magyars vom Montagabend verbraucht das Land derzeit um mehr als 500 Megawatt weniger als es dies unter normalen Umständen an einem Sommertag tun würde./gm/DP/zb
Quelle: dpa-AFX