WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener Börse hat die neue Handelswoche mit Verlusten begonnen. Dabei belasteten am Montag das deutliche Minus bei AT&S
und bei den Aktien der Energie- und Ölbranche. Zudem verunsicherten Meldungen aus Pakistan im Verlauf die europäischen Aktienmärkte. Der Leitindex ATX verlor 1,57 Prozent auf 6.354,29 Punkte. Der ATX Prime gab um 1,44 Prozent auf 3.131,42 Zähler nach. Das europäische Umfeld zeigte sich hingegen mit Gewinnen.
Nach dem Ende der US-Angriffsserie im Iran gaben die Ölpreise zunächst merklich nach. Zuletzt erholten sich die Preise aber ein wenig von ihren Tiefstständen. Kurzzeitig war der Preis für ein Fass (159 Liter) Rohöl der weltweiten Referenzsorte Brent zur Lieferung im September bis auf 87,55 Dollar gefallen. Ein Fass kostete zuletzt aber wieder um die 90 Dollar. Dennoch wurden die Aktien der Energie- und Ölbranche belastet. OMV verloren 2,58 Prozent, SBO gaben um 2,39 Prozent nach. Verbund und EVN fielen um rund 1,7 Prozent.
Gut informierte Quellen aus Pakistan halten eine limitierte US-Bodenoffensive für immer wahrscheinlicher. Die Bewertung pakistanischer Geheimdienste sei, dass US-Präsident Donald Trump Warnungen seines eigenen Militärs ignorieren und mit einer begrenzten Offensive iranische Küstenregionen einnehmen könnte, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen in Islamabad. Die Bewertung stütze sich auf militärische Beobachtungen.
Der ATX-Shootingstar AT&S fand sich um 13,62 Prozent deutlich tiefer. Einerseits litt die Aktie des Leiterplattenherstellers unter weiteren Gewinnmitnahmen, andererseits wurde sie heute ex-Dividende gehandelt.
Weitere Verlierer des Tages waren die Werte von Lenzing und Andritz (bei nunmehr 75,30 Euro) mit einem Minus von je 2,59 Prozent. Dabei beließen die Analysten der Deutsche Bank ihr Kursziel für die Andritz-Aktien bei 90 Euro und auch die Empfehlung "Buy". Der steirische Anlagenbauer wird am 30. Juli seine Quartalszahlen präsentieren.
Im prime market fielen die Werte von Kapsch TrafficCom um 7,58 Prozent. Der Wiener Mautsystemanbieter setzt nach einem deutlichen Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2025/26 den Sparstift an. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben "umfassende Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen" ergreifen sowie Teile des Geschäftsportfolios verkaufen. Mit den wichtigsten Gläubigern habe man eine Vereinbarung getroffen, um mehr Zeit für eine finanzielle Neuordnung zu bekommen.
Nur wenige Aktien schafften es in den positiven Bereich. Wienerberger erholten sich um 1,69 Prozent, nachdem die Aktien des Baustoffkonzerns in der Vorwoche nach Quartalszahlen und einer Gewinnwarnung deutlich nachgegeben hatten.
Ins Plus kam auch der Airline-Caterer Do&Co, der von der Erholungsbewegung im Reisesektor profitierte und sich um ein Prozent verteuerte.
Im prime market kletterten die Werte von Bajaj Mobility um 3,03 Prozent nach oben. Die Telekom Austria verbesserte sich um 2,46 Prozent./st/ste/APA/jha
Quelle: dpa-AFX