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16.05.2026 19:45:02 - ROUNDUP 2/Trump: Militär 'eliminiert' Vizechef der Terrororganisation IS

(Neu: Aussagen Hegseth und mehr Hintergrund)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Bei einem gemeinsamen Einsatz der nigerianischen Streitkräfte und des US-Militärs ist nach Angaben von Präsident Donald Trump der Vizechef der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) "eliminiert" worden. Die Truppen hätten Abu Bilal al-Minuki, den "aktivsten Terroristen der Welt", "vom Schlachtfeld entfernt", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Wie die für Afrika zuständige Kommandozentrale des US-Militärs (Africom) mitteilte, wurde al-Minuki bei dem Militäreinsatz am Samstag im Nordosten Nigerias getötet. Weitere hochrangige IS-Mitglieder seien ebenfalls getötet worden, hieß es. US-Soldaten seien nicht verletzt worden.

Der IS-Kommandeur habe das weltweite IS-Netzwerk in den Bereichen Medienarbeit und Finanzorganisation sowie bei der Entwicklung und Herstellung von Waffen, Sprengsätzen und Drohnen unterstützt, teilte Africom mit. Er sei maßgeblich an der Planung von Anschlägen und Geiselnahmen beteiligt gewesen.

Trump: Handlungsfähigkeit des IS deutlich geschwächt

"Er wird die Menschen in Afrika nicht länger terrorisieren, oder dabei helfen, Einsätze gegen Amerikaner zu planen", erklärte Trump. Die weltweite Handlungsfähigkeit des IS sei damit deutlich geschwächt worden, schrieb der US-Präsident und dankte der nigerianischen Regierung für die Zusammenarbeit.

Es blieb unklar, ob es sich bei dem Vorgehen der US-Streitkräfte eher um einen unterstützenden Einsatz aus der Luft handelte oder ob auch US-Soldaten am Boden im Einsatz waren. Ein von Africom auf der Plattform X veröffentlichtes Video, das den Angriff zeigen soll, zeigte aus der Luft aufgenommene Explosionen.

Hegseth verweist auf Schutz von Christen

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth begründete den Militäreinsatz auf der Plattform X mit dem Schutz von Christen in Nigeria. Der IS-Kommandeur habe Christen ermordet, man werde diejenigen aufspüren, "die Amerikanern oder unschuldigen Christen Schaden zufügen wollen".

Bereits im vergangenen Dezember gab es im Nordwesten des afrikanischen Landes, das etwa zur Hälfte von Muslimen und Christen bewohnt wird, einen von den USA und Nigeria koordinierten Luftangriff gegen den IS. Trump betonte damals, die IS-Kämpfer hätten in Nigeria Christen ermordet. Das nigerianische Außenministerium erklärte jedoch, im Fokus des Luftangriffs habe der Anti-Terror-Kampf gestanden, nicht Religion.

Im Februar entsendeten die USA dann 100 Soldaten in den Nordosten des Landes, um nigerianische Soldaten im Kampf gegen islamistische Terroristen und andere bewaffnete Gruppen auszubilden und technisch zu unterstützen.

USA hatten IS-Kommandeur zuvor mit Sanktionen belegt

Im Norden und Nordosten des westafrikanischen Landes sind mehrere Terrorgruppen aktiv, darunter die Islamisten von Boko Haram und auch IS-Ableger. Der Norden Nigerias grenzt zudem an den Sahelstaat Niger, wo ebenfalls mehrere Terrorgruppen wie der Islamische Staat aktiv sind.

Die US-Regierung hatte den nunmehr getöteten IS-Kommandeur unter der international geläufigeren Namensschreibweise Al-Mainuki bereits mit Sanktionen belegt. Er soll demnach 1982 als nigerianischer Staatsbürger geboren worden sein.

Oberster Chef der Terrororganisation ist nach US-Angaben seit 2023 Abu Hafis al-Haschimi al-Kuraischi. Er ist der inzwischen fünfte Mann an der Spitze der Terrormiliz, seit diese im Sommer 2014 in Syrien und im Irak ein "Kalifat" ausrief./jbz/DP/mis


Quelle: dpa-AFX

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