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16.02.2026 10:07:57 - Deutsche Börse-News: Wochenausblick: "Rosarote KI-Brille abgelegt"
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Auch am Rosenmontag halten Sorgen um eine KI-Blase und Spekulationen um US-Zinssenkungen die Märkte in Atem. Zum Wochenstart fehlen die Impulse aus den USA und China, denn dort ist Feiertag.
16. Februar 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Der Nervosität hält an. Claudia Windt von der Helaba spricht mit Blick auf die Vorwoche von einer "wilden Woche" und einer Achterbahnfahrt. "Für die Anleger war alles dabei: Technologie-Kaufrausch und -Ausverkauf, KI-Sorgen und die Unsicherheit über die weitere Geldpolitik der Fed vor dem Hintergrund eines soliden US-Arbeitsmarktberichts", erklärt sie. "Der Aktienmarkt tut sich zunehmend schwer", kommentiert Alexander Krämer von der Commerzbank. Zwar lägen S&P 500, DAX und Co. immer noch in Schlagdistanz zu ihren Allzeithochs "Doch diese präsentierten sich zuletzt als kaum zu überwindende Hürde."
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Der DAX (DE0008469008) ist am Freitag mit 24.902 Punkten aus dem Handel gegangen, nach 25.508 Zählern im Rekordhoch Mitte Januar. Am Montagmorgen steht der Index bei 24.998 Zählern. Der Stoxx Europe 600 (EU0009658202) liegt weiter knapp unter seinem Höchststand. Die US-Märkte hatten am Freitag mehr oder weniger unverändert geschossen. Der Nasdaq 100 (US6311011026) liegt allerdings mittlerweile rund 5 Prozent unter seinem Rekord. Der Goldpreis (XC0009655157) hat sich mit aktuell knapp 5.000 US-Dollar stabilisiert, der Bitcoin bleibt hingegen angeschlagen mit 68.400 US-Dollar.
KI-Nervosität statt -Euphorie
Laut Markus Leistner von der DZ Bank ist die KI-Euphorie zunehmend einer tiefgreifenden Nervosität gewichen. "Dieses Phänomen, bekannt als ?AI Scare Trade?, hat eine neue, düstere Dimension erreicht", erklärt er. Es gehe nicht mehr nur um die Frage, ob KI-Aktien überbewertet seien, sondern um die fundamentalen, disruptiven Kräfte, die diese Technologie auf die gesamte Wirtschaft ausüben könnten. "Das Resultat ist ein Marktumfeld, in dem es kaum noch einen sicheren Hafen zu geben scheint - ein Gefühl von ?No Place to Hide?", fasst es Leistner zusammen.
Old Economy statt Tech-Werte
Robert Halver von der Baader Bank macht darauf aufmerksam, dass selbst deutlich gesunkene Tech-Bewertungen aktuell nicht zu Zukäufen führen. "Anleger haben die rosarote KI-Brille abgelegt und stellen mit Blick auf die Milliardeninvestitionen nun die knallharte Profitabilitätsfrage." Auslöser des "AI Scare Trade" seien Unternehmen wie Anthropic, die mit ihren KI-Agenten offensichtlich Arbeitsprozesse in den Bereichen Recht, Vertrieb, Medizin, Marketing und allgemein in der Datenanalyse günstig automatisieren könnten.
Halver sieht eine Sektorrotation am US-Aktienmarkt: Value-Titel der "Old Economy" als verlässliche Cash-Lieferanten der Realwirtschaft feierten ein Comeback.
"Unterstützungslinie muss halten"
Die Charttechnik beruhigt nicht, wie Christoph Geyer erklärt: "Derzeit sollten sich die Anleger nicht in Sicherheit wiegen. Der Ausbruch aus der alten Widerstandszone ist zwar geglückt, ein nachhaltiges Halten über der neuen Unterstützungszone ist bislang aber noch nicht gelungen", betont er. Zumindest der Wochenschluss sei positiv gewesen. Die Indikatoren befänden sich im neutralen Bereich und bildeten damit keine Unterstützung bei der weiteren Beurteilung. "Für die neue Woche sollte der Fokus auf einem Halten der Unterstützungszone liegen. Viel mehr sollte nicht erwartet werden."
In dieser Woche dominieren US-Wirtschaftsdaten den Kalender. Die Berichtssaison in den USA neigt sich dem Ende zu, nur noch wenige Unternehmen legen ihre Bücher offen, etwa Palo Alto, Ebay und Walmart. In Europa berichten unter anderem Carrefour, Rio Tinto, Nestlé, Renault und Danone.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten
Montag, 16. Februar
USA: President's Day. Die US-Märkte bleiben geschlossen.
China: Neujahrswoche. Die einwöchige Auszeit an den chinesischen Börsen zum chinesischen Neujahr beginnt.
Dienstag, 17. Februar
11.00 Uhr. Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen Februar. Laut DekaBank zeigte die Sentix-Umfrage, dass angesichts einer schlechten konjunkturellen Ausgangslage auf eine Verbesserung dieser Lage gesetzt werde. Auch die ZEW-Konjunkturlage und -erwartungen für Deutschland würden sich merklich verbessern.
Mittwoch, 18. Februar
14.30 Uhr. USA: Auftragseingänge langlebige Güter Dezember. Die Vorgaben sind der Helaba zufolge negativ, schwächere Boeing-Bestellungen ließen auf ein Auftragsminus schließen.
15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion Januar. Bei der Industrieproduktion zeichnet sich laut Helaba ein freundlicher Jahresstart ab.
20.00 Uhr. USA: Protokoll der US-Notenbanksitzung vom 27./28. Januar.
Freitag, 20. Februar
10.00 Uhr. Eurozone: Einkaufsmanagerindex Februar. Die Einkaufsmanagerindizes dürften eine bessere Stimmung im verarbeitenden Gewerbe zeigen, meint die Commerzbank. Sie geht daher davon aus, dass der zusammengefasste Index auf 51,5 Punkte steigen und sich damit auf einem moderaten Niveau einpendeln wird.
14.30 Uhr. USA: BIP viertes Quartal. Die wegen des Shutdowns verspäteten Daten dürften der Commerzbank zufolge ein ähnlich kräftiges Wachstum anzeigen wie im zweiten Quartal (3,8 Prozent gegen Vorquartal auf Jahresrate hochgerechnet) und im dritten Quartal (4,4 Prozent). Die Bank erwartet 3,7 Prozent, getrieben vom privaten Konsum, Investitionen außerhalb des Baus sowie einer Verbesserung der Handelsbilanz.
Samstag, 21. Februar
Börsentag Frankfurt im Kap Europa.
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Von Anna-Maria Borse, 16. Februar 2026, © Deutsche Börse AG
(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
Quelle: dpa-AFX
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