09.07.2024 11:42:27 - dpa-AFX: IG Metall verlangt sieben Prozent mehr Geld

ESSEN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Die IG Metall hat ihre Tarifforderung für die
deutsche Metall- und Elektroindustrie auf sieben Prozent mehr Geld festgezurrt.
Für Auszubildende verlangt die Gewerkschaft einen überproportionalen Festbetrag
von 170 Euro im Monat mehr, wie die Erste Vorsitzende Christiane Benner nach
einer Vorstandssitzung in Essen erklärte. Damit solle die Kaufkraft gestärkt und
die Konjunktur gestützt werden.

Unter den größten deutschen Flächentarifvertrag mit rund 3,9 Millionen
Beschäftigten fallen auch die industriellen Schlüsselsparten Auto, Elektro und
Maschinenbau. Die ersten regionalen Verhandlungen finden nach IG-Metall-Angaben
Mitte September statt. Der gültige Entgelttarifvertrag ist zum 30. September
gekündigt, die Friedenspflicht endet mit dem 28. Oktober. Danach sind
Warnstreiks möglich.

Noch immer hohe Lebenshaltungskosten

Benner begründet die auf zwölf Monate Laufzeit gerechnete Forderung mit den
weiterhin hohen Lebenshaltungskosten. Sie sagt laut einer Mitteilung: "Die
Steigerungen und Einmalzahlungen des letzten Tarifabschlusses sind verbraucht.
Jetzt haben die Beschäftigten mit sieben Prozent mehr Geld einen verlässlichen
Dauerausgleich verdient."

Die Arbeitgeber sehen hingegen keinen großen finanziellen Spielraum. Die
angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland lasse keine großen Lohn- und
Gehaltserhöhungen zu, argumentieren sie bislang und fordern eine Nullrunde.

Ein weiteres Thema der Verhandlungen sollen nach dem Willen der Gewerkschaft die tariflich vereinbarten Freistellungen sein. Bislang können Beschäftigte mit
Kindern, Pflegeaufgaben oder in Schichtarbeit jährlich bis zu acht zusätzliche
freie Tage beantragen und müssen dafür auf ein Zusatzgeld verzichten. Die IG
Metall möchte diese Möglichkeit auf weitere Beschäftigte ausdehnen./ceb/DP/men

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