19.05.2024 14:39:56 - dpa-AFX: Israels Rafah-Einsatz dauert an - Tunnel an Grenze zu Ägypten zerstört

GAZA/TEL AVIV (dpa-AFX) - Israel hat auch am Wochenende den umstrittenen
Militäreinsatz in Rafah im Süden des Gazastreifens fortgesetzt. Der israelische
Armeesender meldete am Sonntag, die Truppen hätten mehrere Schmugglertunnel im
Grenzgebiet zwischen dem Gazastreifen und Ägypten gefunden. Außerdem seien
Tunnel entdeckt worden, die von Terroristen der Hamas am 7. Oktober vergangenen
Jahres - dem Tag des Massakers an mehr als 1200 Menschen in Israel - genutzt
worden seien. Einige der Tunnel seien bereits zerstört worden.

Seit Beginn des Militäreinsatzes in Rafah vor rund zwei Wochen haben nach
Angaben des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA rund 800 000 Menschen die Stadt
verlassen. Erneut sei fast die Hälfte der Bevölkerung von Rafah auf der Straße,
beklagte UNRWA-Chef Philippe Lazzarini, am Samstagabend auf der Plattform X.
Lazzarini betonte, es gebe für Zivilisten keinen sicheren Ort im Gazastreifen.

In Rafah will die israelische Führung nach eigenen Angaben die letzten dort
vermuteten Bataillone der Hamas zerschlagen. Verbündete wie die USA haben Israel
wegen der vielen Binnenflüchtlinge wiederholt vor einem großangelegten Angriff
auf die Stadt an der Grenze zu Ägypten gewarnt. Israels Führung hält jedoch an
ihren Angriffsplänen für Rafah fest.

Der Armeesender berichtete, israelische Repräsentanten wollten die Zahl der
bereits aus Rafah geflüchteten Palästinenser dem Sicherheitsberater von
US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, präsentieren. Sullivan wollte sich am
Sonntag in Israel mit Regierungschef Netanjahu, Verteidigungsminister Joav
Galant und anderen Regierungsbeamten zusammentreffen, um über den Vorstoß des
israelischen Militärs in Rafah sowie über Nachkriegspläne für den abgeriegelten
Gazastreifen zu sprechen.

Führende israelische Minister haben die Zögerlichkeit der
Netanjahu-Regierung mit Blick auf Pläne für "den Tag danach" in Gaza kritisiert.
Auch die US-Regierung erwartet von Netanjahus Regierung, sich aktiv an der
Entwicklung eines konkreten Plans für die Zukunft des Gazastreifens zu
beteiligen./le/DP/he

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