18.02.2020 16:36:23 - ROUNDUP: Agrarministerin Klöckner verteidigt strengere Düngeregeln

BURGDORF/BERLIN (dpa-AFX) - Bundesagrarministerin Julia Klöckner die geplante Verschärfung der Düngevorgaben verteidigt. Zu behaupten, die Landwirtschaft habe keine Auswirkungen auf die Nitratwerte im Grundwasser, sei "eine steile These", sagte die CDU-Politikerin am Dienstag vor jungen Landwirten in Burgdorf bei Hannover. Die Wasserwirtschaft betonte, striktere Regeln seien notwendig, weil das Grundwasser vielerorts die europäischen Nitrat-Grenzwerte reißt.

Klöckner sagte, sie habe im Ringen mit der EU bereits erreicht, dass verringerte Düngung nicht flächendeckend, sondern nur in belasteten Gebieten gelten solle. Die Messbedingungen müssten zudem bundesweit einheitlich sein. Deutschland stehe aber nicht am Anfang eines Dialogs mit der EU, sondern am Ende eines juristischen Prozesses. "Wir sind verklagt worden und waren in allen Punkten unterlegen." Weil Nitratwerte seit Jahren zu hoch sind, hatte die EU-Kommission 2018 beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) Recht bekommen. Daher müssen Bund und Länder weitere Düngebeschränkungen umsetzen.

Umwelt- und Agrarministerium haben kürzlich nochmals überarbeitete Vorschläge nach Brüssel geschickt - die Kommission muss nun bewerten, ob sie reichen. Die Bundesregierung bereitet dafür eine Novelle der erst 2017 verschärften Düngeverordnung vor, mit der sich dann auch der Bundesrat befassen muss. Viele Bauern warnen, dass weitere Beschränkungen beim Düngen zu geringeren Erträgen führen könnten.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), der auch Trinkwasserversorger vertritt, mahnte, die EU fordere seit Jahren, Nitrateinträge in die Gewässer zu reduzieren. Dafür brauche es zielgerichtete Maßnahmen in belasteten Gebieten, sagte Vizepräsident Karsten Specht. Diese müssten aber auch bundesweit nach den Vorgaben des Gewässerschutzes ausgewiesen werden: "Nur so kann Deutschland gegenüber Brüssel glaubhaft darlegen, dass Worten nun auch endlich Taten folgen." Übermäßig aufgebrachte Düngemittel gefährdeten die Qualität der Trinkwasserressourcen - und damit die Versorgung der Bevölkerung, aber auch von Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft./cwe/sam/DP/fba


Quelle: dpa-AFX

© 2000-2020 DZ BANK AG. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen | Impressum
2020 vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH