16.05.2019 16:51:11 - dpa-AFX: Ermittler haben erste Erkenntnisse zu Schiffsunglück der 'MSC Zoe'

HAMBURG (dpa-AFX) - Nach dem schweren Schiffsunglück der "MSC Zoe" auf der
Nordsee mit mehr als 345 verlorenen Containern haben Ermittler erste
Erkenntnisse zur Ursache. Das starke Rollen des Containerriesen in der
Sturmnacht auf den 2. Januar habe wahrscheinlich zu dem Unglück beigetragen. Das
sagte der Direktor der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen (BSU) in
Hamburg, Ulf Kaspera, am Donnerstag. Ähnlich hatte ihn zuvor auch die
"Nordwest-Zeitung" zitiert.

Es gebe aber keine Erkenntnisse, dass die Containerfracht nachlässig
gesichert gewesen sei, sagte Kaspera. Auf der 396 Meter langen "MSC Zoe" waren
im Sturm die Befestigungen vieler Containerstapel gebrochen. Mehr als 345 Kisten
stürzten in die aufgewühlte See und zerbarsten. Die Ladung verteilte sich an den
Küsten der Niederlande und Ostfrieslands und an ihren Inseln. Andere Container
blieben als Haufen an Deck liegen.

Nach dem Unglück hatte es Spekulationen gegeben, die turmhohen
Containerstapel könnten nicht richtig gesichert worden sein, um Zeit oder Geld
zu sparen.

Der Unfall wird gemeinsam von der BSU, der niederländischen Behörde
Rijkswaterstad und dem mittelamerikanischen Staat Panama untersucht. Unter
dessen Flagge fährt die "MSC Zoe". Bis zu einem Abschlussbericht werde es noch
Monate dauern, sagte Kaspera.

Als Rollen wird das Schaukeln eines Schiffs um die Längsachse nach rechts
und links bezeichnet. Es ist für die Ladung besonders gefährlich. Kaspera wollte
sich nicht festlegen, welche Faktoren die extreme Rollbewegung der "MSC Zoe"
gefördert haben könnten. Die Seewasserstraße Richtung Deutsche Bucht ist
verhältnismäßig flach. Deshalb türmen sich dort bei Sturm die Wellen besonders
hoch./fko/DP/he

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