08.11.2026 08:10:04 - dpa-AFX: ROUNDUP: Trump schürt Zweifel an Kongresswahl und droht Demokraten

WASHINGTON (dpa-AFX) - Präsident Donald Trump schürt Zweifel am Ausgang der
von seinen Republikanern haushoch verlorenen Kongresswahl und droht den
siegreichen Demokraten wegen möglicher Untersuchungen seiner Verbündeten. Über
seine Online-Plattform Truth Social wies er Justizminister Todd Blanche an,
Ermittlungen gegen Politiker der Demokratischen Partei aufzunehmen, deren
Untersuchungspläne er als "Erpressung" bezeichnete. Zugleich verbreitete er eine
Reihe von Beitragen, in denen der Vorsprung der Demokraten bei der
Parlamentswahl als zu hoch infrage gestellt wurde.

Trump hatte nach dem Erdrutsch-Sieg der Demokraten bei der Kongresswahl am
Dienstag zügig angekündigt, das Ergebnis zu akzeptieren. Im Lager der Demokraten
war befürchtet worden, dass er wie nach der verlorenen Präsidentenwahl 2020 den
Ausgang anzweifeln und dagegen vorgehen könnte. Trump sagte auch, er könne mit
den Demokraten arbeiten, die ab Januar Mehrheiten sowohl im Repräsentantenhaus
als auch im Senat halten werden. Dann machte er am Freitag den rechten Hardliner
Stephen Miller, der als Architekt von Trumps Politik der Massenabschiebungen
bekannt ist, zu seinem Stabschef. Das wurde als Kampfansage an die Demokraten
gesehen.

Streitfall Alaska

Am Samstag schrieb Trump bei Truth Social auch, dass in dem noch offenen
Rennen um einen Senatssitz in Alaska der republikanische Amtsinhaber Dan
Sullivan zum Sieger erklärt werden solle. Der Wahlkampf war kontrovers, da auf
den Stimmzettel auch der als unabhängiger Kandidat angetretene Dan J. Sullivan
kam. Die Trump-Regierung stellte schon vor dem Wahltag den künftigen Ausgang der
Abstimmung wegen Verwechslungsgefahr infrage. Der Versuch, in die Wahl in Alaska
einzugreifen, wurde von einem Richter aber abgewiesen. Aktuell führt dort knapp
die Demokratin Mary Peltola vor Amtsinhaber Sullivan.

Demokraten planen Ermittlungen

Trump behauptete zudem, die Demokraten hätten Geldgebern der Republikaner
mit Gefängnis gedroht. "Die Inhaftierung sollte sich gegen diese Erpresser
richten", forderte er dann. In den vergangenen Tagen hatte der demokratische
Senator Richard Blumenthal Briefe unter anderem an die mit der Trump-Familie
verbundene Digitalwährungs-Firma World Liberty Financial und Geldgeber für den
Ballsaal am Weißen Haus verschickt. Darin forderte Blumenthal, freiwillig
Anfragen in Untersuchungsverfahren der Parlamentskammer bis zum 4. Januar zu
beantworten. Andernfalls werde man "alternative Maßnahmen" zur Durchsetzung
erwägen müssen. Blumenthal dürfte im Januar den Vorsitz im
Untersuchungs-Unterausschuss des Senats übernehmen.

Kampfsport-Boss als Pressesprecher?

Trump sorgte am Wochenende auch für Rätselraten mit der Ankündigung, dass er dem Kampfsport-Unternehmer Dana White den Posten als Sprecher des Weißen Hauses
angeboten habe. White habe die "unorthodoxe Idee" abgelehnt, berichtete einige
Stunden später der Sender CNN unter Berufung auf eine informierte Person. Das
Promiportal "TMZ" schrieb dagegen unter Verweis auf seine Quellen, White wolle
sich am Montag mit Trump im Oval Office im Weißen Haus treffen, um "die Dinge zu
besprechen".

Zunächst stand die Frage im Raum, ob es ein ernst gemeintes Jobangebot an
White gab oder der Beitrag Teil der Kampagne des Präsidenten gegen die
Demokraten war. Er habe White auch gebeten, Kämpfer der von ihm geführten
Kampfsport-Liga UFC als "Assistenten" mitzubringen, fuhr Trump fort. Man brauche
diese Leute zum Schutz vor den "wahnsinnigen Linken". White veröffentlichte als
Instagram-Story ein Bild von sich am Podium im Briefing-Raum des Weißen Hauses
und dazu den Text: "Auf zu einem neuen Kapitel."

Der Sprecherposten im Weißen Haus ist schon seit Wochen unbesetzt. Die im
Oktober eingesetzte Katie Zacharia gab das Amt nach nur wenigen Tagen auf. Sie
hatte nur eine kurze Pressekonferenz gegeben, in der sie mit Unsicherheit
auffiel./so/DP/mis

© 2000-2026 DZ BANK AG. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen | Impressum
2026 Infront Financial Technology GmbH