04.11.2026 14:54:55 - dpa-AFX: WDH/VERMISCHTES: Bund fördert Schwimmen-Lernen mit 20 Millionen Euro

("Schwimmen" wurde an manchen Teilen fälschlicherweise groß,
beziehungsweise klein geschrieben.)

BERLIN (dpa-AFX) - Eine neues Förderprogramm von Bundeskanzleramt und zwei
Vereinen soll mehr Kinder in Deutschland Zugang zu Schwimmangeboten machen. Pro
Jahr werden dafür fünf Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt, wie
Vertreter der Bundesregierung, des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) und der
Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf einer Pressekonferenz in
Berlin erklärten.

Nicht-öffentliche Einrichtungen wie Vereine, Kitas oder Schwimmschulen
könnten ab sofort einen Förderantrag stellen. Frist ist der 31. Januar 2027. Das
Bundesprogramm ist mit insgesamt 20 Millionen Euro auf vier Jahre angelegt.
Ausführliche Informationen gibt es auf der Website des DSV.

60 Prozent können nicht sicher und gar nicht schwimmen

Sicheres Schwimmen sei nicht nur überlebenswichtig, sagte Staatsminister für Sport und Ehrenamt und Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe. "Sicher schwimmen zu
können, schafft auch Selbstvertrauen, ermöglicht Teilhabe an Klassenfahrten und
Ferienangeboten und eröffnet den Zugang zu gesunder Bewegung." Allerdings
könnten schätzungsweise 40 Prozent aller Grundschulkinder in Deutschland am Ende
ihrer Grundschulzeit nicht sicher schwimmen. 20 Prozent könnten gar nicht
schwimmen.

Laut Definition kann ein Kind sicher schwimmen, wenn es sich nicht nur über
Wasser halten, sondern eigenständig 15 Minuten über tiefem Wasser schwimmen
kann, wie DLRG-Präsidentin Ute Vogt erklärt.

Für was das Geld genutzt werden kann

Was genau sieht das Modellvorhaben mit dem Namen "Deutschland lernt
Schwimmen" vor? Das Förderprogramm konzentriert sich nicht auf den Bau von
Schwimmbädern, sondern auf bessere Vernetzung (Säule 1) und Koordination (Säule
2) auf lokaler Ebene. In einem dritten Schritt sollen mehr qualifizierte
Schwimmlehrerinnen- und lehrer ausgebildet werden (Säule 3). Für diese Säule
gilt der Förderaufruf allerdings nicht.

Säule 1 soll zum Beispiel ermöglichen, dass eine Einrichtung einen Bus
mieten kann, mit dem die Kinder zur nächsten Schwimmhalle gefahren werden. Denn
gerade im ländlichen Raum ist das nächste Schwimmbad oft weit entfernt. Denkbar
sei auch, dass ein Verein mithilfe des Geldes mehr Kurse anbieten kann. Säule 2
sieht vor, dass hauptamtliche Schwimmlotsen eingestellt werden, die die vielen
Ehrenamtlichen in den Vereinen entlasten. Sie können zum Beispiel Schulen und
Vereine in Kontakt bringen und schauen, wo es freie Kapazitäten gibt./bum/DP/jha

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