25.10.2026 08:30:05 - dpa-AFX: ROUNDUP/Auf Trump-Wahlkampftour: Audi kündigt SUV-Werk in den USA an
PERRY (dpa-AFX) - Der deutsche Autobauer Audi hat mitten auf einer
Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump den Bau eines neuen
SUV-Werks in den USA bekanntgemacht. Trump kündigte im Bundesstaat Georgia an
der Ostküste in seiner Rede vor Anhängern an, dass Audi im nächsten Monat mit
dem Bau eines riesigen Werks in dem Bundesstaat beginnen werde. Dort sollen
jährlich 200.000 Autos produziert werden. Er rief dann Audi-Chef Gernot Döllner
auf die Bühne, der Trump vor den US-Parlamentswahlen wiederum für dessen
Unterstützung dankte.
Bis zu den wichtigen Midterms sind es weniger als zehn Tage. Am 3. November
stimmen die Amerikanerinnen und Amerikaner über die Sitze im Repräsentantenhaus
und einen Teil der Sitze im Senat ab. Die Republikanische Partei Trumps will
ihre hauchdünnen Mehrheiten in den beiden Kammern des US-Kongresses verteidigen.
Trump droht mit Zöllen und will Firmen in die USA locken
Trump fordert seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 von
ausländischen Unternehmen mit der Drohung von hohen Zöllen, Produktion in die
USA zu verlagern. Er stellte solchen Firmen den Erlass von Zöllen, die auf den
Import in die USA anfallen, in Aussicht. Trump will so die heimische Wirtschaft
ankurbeln und Industriejobs schaffen.
In einer Audi-Mitteilung hieß es, dass der Baubeginn des Werks für 2027
vorgesehen sei. Erstmals plane die Marke ein eigenes Werk in den USA. Rund 4.500
Jobs sollen geschaffen und rund vier Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Milliarden
Euro) investiert werden. Die Produktion soll Anfang der 2030er Jahre starten. In
dem Werk sollen Premium-SUVs gebaut werden, die gezielt auf die Anforderungen
von nordamerikanischen Kundinnen und Kunden ausgerichtet werden.
IG Metall mahnt Perspektiven für deutsche Standorte an
Die IG Metall äußerte sich zu den Plänen grundsätzlich positiv, verband dies
aber auch mit einer Mahnung. "Den US-Markt durch ein neues Werk besser zu
erschließen ist richtig und notwendig", sagte die Erste Vorsitzende Christiane
Benner in einer Mitteilung. "Jedoch müssen verbindliche Perspektiven für die
Beschäftigten an allen, gerade den hiesigen Standorten, klar definiert und
festgehalten werden." Dabei sei der Vorstand in einer Bringschuld.
Benner verwies zudem darauf, die abschließende Entscheidung über einen
möglichen Fabrikneubau in den USA stehe unter dem Vorbehalt der
Gremienzustimmung. "Das finale Votum wird mit ganzheitlichem Blick richtiger-
und wichtigerweise im Aufsichtsrat der Volkswagen AG getroffen."
Dort ist Benner stellvertretende Vorsitzende.
VW: USA wichtiger Markt für Volkswagen-Konzern
Vom Erfolg in Nordamerika profitiere der gesamte Volkswagen-Konzern
<, unterstrich VW-Chef Oliver Blume in einer Mitteilung. "Wir
sehen die Region als wichtigen Markt, um profitabel zu wachsen", sagte der
Vorstandsvorsitzende des Volkswagen-Konzerns. "Ein mögliches Werk für Audi in
den USA würde dafür weitere Voraussetzungen schaffen: Lokalisierte Produkte aus
den USA für die USA."/rin/DP/zb