25.10.2026 08:15:35 - dpa-AFX: POLITIK/Söder zur P-Frage: CSU wäre 'jetzt auch ein bisschen dran'
MÜNCHEN (dpa-AFX) - CSU-Chef Markus Söder erhöht in der Diskussion um die
Kandidatenfindung für das Bundespräsidentenamt den Druck. Noch nie in 75 Jahren
habe die CSU den Bundeskanzler oder den Bundespräsidenten gestellt, sagte Söder
der ARD und fügte hinzu: "Eigentlich kann man schon mal argumentieren, dass wir
jetzt auch ein bisschen dran wären."
Auf die Frage, ob für das höchste Staatsamt eine juristische Ausbildung
notwendig sei, sagte Söder: "Der Bundespräsident muss kein Notar sein. Der
Bundespräsident oder die Präsidentin muss natürlich Autorität besitzen." Zudem
betonte er, es gehe jetzt nicht um "Postengeschacher". "Wir haben ein Angebot,
eine Persönlichkeit, die völlig unstrittig ist, dass sie die demokratische,
persönliche und charakterliche Eignung für das Amt hat." Diese Eignung sei
entscheidender als die Frage nach der Partei.
In der CSU wird seit langem die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner
als denkbare Bundespräsidentin gehandelt. Söder selbst hatte in seiner
Parteitagsrede erneut für Aigner plädiert. Die Entscheidung werde zwar "woanders
gefällt". Söder betonte aber: "Das wäre eine tolle Sache."
Merz sagte auf dem CSU-Parteitag nichts dazu
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte in seiner Rede auf dem
CSU-Parteitag dagegen kein Wort dazu, wann und wie er, die Union und die
Koalition die Kandidatur für das Bundespräsidentenamt klären wollen. In seiner
gut 50-minütigen Rede ging der CDU-Chef in keiner Weise darauf ein.
Lediglich zum Auftakt seiner Rede hatte er direkt nach CSU-Chef Markus Söder
auch Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner namentlich begrüßt - und dafür
Jubel der Delegierten geerntet. Merz nannte Aigner, deren Partei sie gern als
Bundespräsidentin sähe, quasi in einem Atemzug nach Söder und vor dem Chef der
Europäischen Volkspartei, Manfred Weber.
Die Delegierten brachen daraufhin in Applaus und Jubel aus und erhoben sich
von ihren Plätzen. Aigner, die in der ersten Reihe saß, stand ebenfalls auf und
winkte mit beiden Händen in die Messehalle in München. Merz hatte Aigner, aber
etwa auch Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, bei seinem Einzug in den Saal
mit Küsschen links und rechts begrüßt./ctt/had/mfi/jdg/DP/zb