21.10.2026 14:36:09 - dpa-AFX: AKTIE IM FOKUS: Ottobock erneut unter Druck - Goldman ist kurzfristig vorsichtig
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Ein Analystenkommentar von Goldman Sachs hat
die Ottobock -Aktie am Mittwoch zeitweise auf den tiefsten Stand
seit sieben Monaten gedrückt. Die Talfahrt der vergangenen vier Handelstage
setzte sich so fort.
Zuletzt verlor das Papier des Spezialisten für Orthopädietechnik, der vor
rund einem Jahr an die Börse gegangen ist, 3,4 Prozent auf 49,42 Euro. Zeitweise
war der Kurs bis auf 48,00 Euro gesackt. Der Kleinwerte-Index SDax
legte zuletzt um 1,2 Prozent zu. Seit dem vergangenen Mittwoch
beläuft sich der Kursverlust der Ottobock-Aktie auf etwas mehr als 9 Prozent, im
laufenden Jahr sind es fast 25 Prozent.
Analyst Richard Felton von Goldman Sachs geht davon aus, dass sich das
Umsatzwachstum von Ottobock im dritten Quartal verlangsamt hat. Die sich
fortsetzende Schwäche in Nordamerika bremse, schrieb er in seinem Ausblick auf
den am 12. November erwarteten Quartalsbericht. Dabei senkte er sein Kursziel
von 88 auf 75 Euro. Für das laufende Jahr sowie für 2027 und 2028 kappte er
seine Prognosen für das operative Ergebnis (Ebitda) und den Gewinn je Aktie
(EPS) um jeweils rund 2 Prozent. Mittelfristig bleibt Felton aber optimistisch.
Sein Anlageurteil "Buy" bestätigte er.
Ottobock war am 9. Oktober zu einem Ausgabepreis von 66 Euro je Aktie an die
Börse gegangen. Der erste Kurs hatte bei 72 Euro gelegen, und bis Ende November
hatte das Papier dann die Marke von 76 Euro geknackt. Seither jedoch ging es in
Schwüngen überwiegend abwärts, zeitweise wurde ein Rekordtief unter 46 Euro
erreicht.
Ein wichtiger Grund dafür dürfte das angeschlagene Vertrauen der Anleger
angesichts schwerwiegender Vorwürfe des Leerverkäufers Grizzly im Mai gewesen
sein. Grizzly Research hatte unter anderem dem Mehrheitseigentümer Hans Georg
Näder eine exzessive Verschuldung vorgeworfen und diese als "Damoklesschwert"
für Minderheitsaktionäre bezeichnet. Zudem wurden die angeblich aggressiven
Bilanzierungspraktiken kritisiert und behauptet, dass Ottobock rund ein Drittel
des Nettogewinns in Russland mache. Ottobock hatte die Vorwürfe entschieden
zurückgewiesen./ck/tav/jha/
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