11.10.2026 11:30:33 - dpa-AFX: ROUNDUP 3: Mindestens zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad

RIAD (dpa-AFX) - Bei einem verheerenden Angriff auf den Hauptflughafen der
saudi-arabischen Hauptstadt Riad sind nach Angaben der staatlichen
Luftfahrtbehörde zwölf Menschen getötet worden. 309 weitere wurden demnach
verletzt, einige schwebten am Morgen in Lebensgefahr. Es ist die höchste
Opferzahl bei einem Angriff auf den mit den USA verbündeten Golfstaat seit
Beginn des Iran-Krieges Ende Februar. Dessen Fronten haben sich auf den Konflikt
zwischen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz und der von Saudi-Arabien
unterstützten Regierung im Jemen ausgeweitet.

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis machte die Huthi für die
jüngste Attacke auf den internationalen Flughafen King Chalid verantwortlich.
Der Angriff auf eines der Passagierterminals sei ein "regelrechtes
Kriegsverbrechen", schrieb der Sprecher des Bündnisses, Turki al-Maliki, auf der
Plattform X und kündigte eine entschiedene Reaktion an. UN-Generalsekretär
António Guterres zeigte sich "zutiefst schockiert" über den Angriff der Huthi.
Attacken auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstießen gegen das
Völkerrecht. Sie müssten sofort eingestellt werden, forderte er.

US-Präsident Donald Trump erklärte, er prüfe, ob sich die USA den saudischen Angriffen auf die Huthi im benachbarten Jemen anschließen sollten. "Vielleicht.
Wir werden uns das anschauen", zitierte ihn der Sender CBS News.

Huthi verstärken Angriffe

Zuletzt hatte die Huthi-Miliz ihre Angriffe auf das benachbarte
Saudi-Arabien verstärkt und sich auch zu Anschlägen mit ballistischen Raketen
auf den Flughafen von Riad und andere Einrichtungen bekannt. Der internationale
Flughafen King Chalid war erst am Donnerstag angegriffen worden. Drei saudische
Staatsangehörige kamen dabei ums Leben.

Die Huthi-Rebellen hatten Saudi-Arabien vorgeworfen, den Flughafen der
westjemenitischen Hafenstadt Hudaida sowie weitere Gebiete aus der Luft
angegriffen zu haben. Unterdessen wurde wegen der erneuten Attacke auf den
saudi-arabischen Flughafen King Chalid der Betrieb dort vorübergehend
eingestellt. Laut der saudischen Luftfahrtbehörde haben vier der getöteten
Menschen die saudische Staatsangehörigkeit und zwei die von Bangladesch. Ums
Leben kamen auch je eine Person aus den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien sowie
aus dem Sudan und den palästinensischen Gebieten.

USA verurteilen Angriffe der Rebellen

Die Vereinigten Staaten verurteilten die jüngsten Angriffe der Huthi-Miliz
auf Saudi-Arabien "auf das Schärfste", schrieb US-Außenminister Marco Rubio auf
der Plattform X. "Diese verwerflichen Angriffe zeugen von einer eklatanten
Missachtung des Lebens unschuldiger Zivilisten. Sie müssen sofort aufhören". Die
USA stünden an der Seite Saudi-Arabiens, fügte Rubio hinzu.

Die Flughäfen von Riad sowie Abha im Südwesten Saudi-Arabiens waren erst im
Verlaufe dieser Woche von den Huthi angegriffen worden. Dabei wurden nach
Angaben der saudi-arabischen Luftfahrtbehörden drei Menschen getötet. Zuletzt
war der Flughafen King Chalid am Donnerstag angegriffen worden. Die Huthi hatte
die Angriffe jeweils für sich reklamiert. Zu der erneuten Attacke vom Samstag
gab es von der Rebellengruppe zunächst kein Bekennerschreiben.

US-Botschaft warnt Landsleute in Saudi-Arabien

Die US-Vertretung in Saudi-Arabien rief alle US-Bürger in dem verbündeten
Königreich dringend auf, den internationalen Flughafen King Chalid sowie die
umliegenden Gebiete zu meiden. Mitarbeiter der US-Regierung benötigten eine
Sondergenehmigung für die Nutzung des Flughafens sowie der Flughäfen in Dschidda
und Dammam, schrieb die US-Botschaft in einer Mitteilung und riet zu äußerster
Vorsicht bei der Nutzung aller größeren Flughäfen in dem Land.

Die Huthi kämpfen seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die international
anerkannte Regierung des Jemens. Saudi-Arabien fliegt dabei immer wieder auch
Luftangriffe in dem Nachbarland. Am vergangenen Wochenende hatte die
jemenitische Regierung eine großangelegte Offensive zur Rückeroberung aller von
den Huthi-Rebellen kontrollierten Gebiete angekündigt. Die Huthi konnten zuletzt
strategisch wichtige Gebiete für sich gewinnen. Die jüngste Eskalation markiert
eine weitere Front in dem Konflikt im Nahen Osten, der die Region seit dem
Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran im Februar erfasst hat.

Erneut Angriffe im Streit um die Straße von Hormus

Zum zentralen Konfliktpunkt in dem Krieg zwischen Teheran und Washington ist dabei die Straße von Hormus geworden. Dort wurde nun erneut ein Tanker
angegriffen. Das Schiff sei nach Angaben des Kapitäns von einem "unbekannten
Geschoss" getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der
Schifffahrt (UKMTO). Es sei ein Feuer ausgebrochen, die Besatzung sei den
Angaben nach aber in Sicherheit. Das Ausmaß der Schäden sei noch unklar. Auch
wer für die Attacke verantwortlich war, ist noch ungewiss.

Der Iran blockiert seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar mit Drohungen
und Angriffen auf Schiffe den Verkehr in der für den weltweiten Energiehandel
wichtigen Straße von Hormus. Dort wurde erneut ein Tanker angegriffen, wie die
britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) meldete. Das US-Militär
attackierte seinerseits nach eigenen Angaben erneut einen zivilen Frachter wegen
versuchten Durchbrechens der Seeblockade gegen den Iran. Der Antrieb sei
lahmgelegt worden, die Besatzung aber nicht verletzt worden./ln/DP/zb

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