11.10.2026 11:30:19 - dpa-AFX: ROUNDUP 2: Mindestens 20 Tote nach russischem Angriff in Saporischschja
SAPORISCHSCHJA/ROSTOW (dpa-AFX) - Bei russischen Angriffen sind im Südosten
der Ukraine mindestens 20 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern seien
drei Minderjährige, 18 seien bei der Attacke verletzt worden, teilte der
ukrainische Zivilschutz mit. Such- und Rettungsarbeiten dauern demnach an.
Insgesamt seien in der Nacht 13 ukrainische Regionen attackiert und
Wohnhäuser, Infrastruktur und Eisenbahneinrichtungen beschädigt worden, schrieb
der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Medien. Die Nacht habe
einmal mehr gezeigt, dass Russland nachlassenden Druck als Signal verstehe,
weiter Krieg führen und Bomben auf Städte werfen zu können, schrieb Selenskyj.
"Russland bedankt sich für die Aufhebung der Sanktionen gegen Dieselexporte,
indem es fünf Gleitbomben auf Wohngebäude in Saporischschja abwirft." Der
Staatschef forderte andere Signale und kündigte eine Reaktion auf die russischen
Angriffe an.
US-Präsident Donald Trump hatte nach einem Gespräch mit Kremlchef Wladimir
Putin eine Vereinbarung zu Lieferungen von Hunderttausenden Tonnen Diesel aus
Russland verkündet. Dafür heben die USA vorübergehend Sanktionen gegen
russischen Diesel auf.
Gouverneur: Ukrainische Angriffe auf Region Rostow
Die Ukraine nahm bei Gegenangriffen ihrerseits das südrussische Gebiet
Rostow ins Visier. Auf der Nasa-Website Firms, die weltweit Brandherde erfasst,
waren mehrere Feuer dort zu sehen, wo sich ein Erdöl verarbeitendes Unternehmen
befindet. Der Gouverneur der Region, Juri Sljussar, schrieb bei Telegram von
Bränden und Schäden an Wohnhäusern infolge ukrainischer Angriffe. Zudem sei eine
Eisenbahnbrücke beschädigt worden. Sechs Menschen benötigten demnach ärztliche
Hilfe.
Moskau: Über 500 Drohnen abgewehrt
In der Stadt Asow seien zwei Schiffe beschädigt worden. Mehr als 100 Drohnen
seien über dem Gebiet Rostow abgewehrt worden. Das Verteidigungsministerium in
Moskau gab an, in der Nacht 560 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und
der annektierten Krim abgewehrt zu haben.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem
brutalen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt Kiew immer wieder
auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier. Darunter vor allem die für
Russlands Kriegskasse so wichtige Ölindustrie./ksr/DP/zb