10.10.2026 12:00:19 - dpa-AFX: ROUNDUP 2/Trump: Katie Zacharia wird neue Sprecherin des Weißen Hauses
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die frühere Fernsehkommentatorin Katie Zacharia wird
neue Sprecherin des Weißen Hauses. "Ich bin zuversichtlich, dass Katie als neue
Pressesprecherin des Weißen Hauses starke Ergebnisse für unser Land erzielen
wird", teilte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social mit.
Zacharia tritt damit die Nachfolge von Karoline Leavitt an, die ihr Amt Ende
August aufgegeben hatte.
Zacharia gilt als überzeugte Unterstützerin von Trump. Seinen Angaben nach
hatte die konservative Juristin ihm bereits im Wahlkampf geholfen und ihn in
wichtigen Swing States unterstützt, also in Bundesstaaten, die zwischen
Republikanern und Demokraten besonders umkämpft sind. "Sie hat sich von Anfang
an als treue und brillante Unterstützerin erwiesen und genießt eine makellose
Erfolgsbilanz", lobte Trump sie weiter.
"Ehre meines Lebens" - wie Trumps neue Sprecherin reagiert
Zacharia bedankte sich wenig später bei ihm auf verschiedenen Social Media
Plattformen und sprach von einem "bedeutenden Privileg". "Präsident Trump und
dem amerikanischen Volk in dieser entscheidenden Zeit des 250-jährigen Jubiläums
zu dienen, ist die Ehre meines Lebens."
Die Aufgabe bestehe nun darin, dem amerikanischen Volk die "großen Erfolge"
zu vermitteln, die Trumps Regierung jeden Tag erziele. Sie freue sich darauf,
mit den Pressevertretern im Weißen Haus und den Reporterinnen und Reportern im
ganzen Land zusammenzuarbeiten, um diese Erfolge bekannt zu machen, schrieb sie.
"Der fabelhaften Karoline Leavitt zu folgen, ist ein hoher Anspruch, den es sich
zu erfüllen lohnt."
Trump bezeichnete sie in einem Gastbeitrag für die "New York Post" vor
Monaten als "größten Präsidenten der US-Geschichte".
Was Zacharia zuvor gemacht hat
Vor Zacharia liegt keine einfache Aufgabe: An ihr liegt es künftig, Trumps
Standpunkte möglichst erfolgreich zu vermitteln - in einer Zeit, in der der
Präsident mit schlechten Beliebtheitswerten im Land kämpft.
Zuletzt arbeitete sie nach Angaben ihres LinkedIn-Profils als
Kommunikationsberaterin für die Trump Media & Technology Group, zu der auch die
Plattform Truth Social gehört. Zuvor war sie für kurze Zeit stellvertretende
Sprecherin des US-Heimatschutzministeriums. Zudem trat sie als Kommentatorin bei
Trumps Haussender Fox News und dem ultrakonservativen US-Senders Newsmax auf.
Sie schloss an der christlichen Pepperdine University im kalifornischen
Malibu einen Bachelorstudiengang in Politik- und Staatswissenschaften ab und ist
Absolventin der Pepperdine Caruso School of Law.
Leavitt verließ den Posten Ende August überraschend
Leavitt hatte Ende August ihren letzten Tag als Pressesprecherin des Weißen
Hauses. Trump hatte ihren Abgang rund zwei Wochen davor überraschend verkündet.
Mit nicht einmal 30 Jahren hatte Leavitt den Posten zuvor seit Beginn von Trumps
zweiter Amtszeit als jüngste Sprecherin überhaupt inne.
Der US-Präsident begründete ihren Abgang damit, dass sie dann mehr Zeit für
die Familie haben würde. Leavitt habe sich für diesen Schritt entschieden, den
er "voll und ganz" verstehe und respektiere, schrieb er. Auch Leavitt verwies
zur Begründung auf die Doppelbelastung als Mutter zweier kleiner Kinder und
Pressesprecherin des Weißen Hauses.
"Die Wahrheit ist: Seit meiner Rückkehr ins Weiße Haus nach der Geburt
meiner Tochter habe ich in meinem Herzen gespürt, dass ich nicht die beste
Mutter sein kann, die meine beiden kleinen Kinder verdienen, wenn ich konstant
die Zeit, Energie und Aufmerksamkeit aufwende, die das Amt der Pressesprecherin
des Weißen Hauses erfordert." Daher habe sie letztendlich die "bittersüße
Entscheidung" getroffen, das Weiße Haus zu verlassen. Leavitt brachte Anfang Mai
ihr zweites Kind zur Welt, eine Tochter. Sie hat bereits einen kleinen Sohn, der
2024 zur Welt kam.
Als Sprecherin des Weißen Hauses machte sie sich mit ihrer Scharfzüngigkeit
einen Namen. Sie rügte fragende Journalisten oft heftig und beschuldigte die
Medien, Fake News zu verbreiten, also Falschinformationen.
Trumps Umgang mit Medien
Auch nach Leavitts Abgang ließ Trump nicht von seinem teils harschen
Vorgehen gegen Medienvertreter ab. Zuletzt sorgte vor allem der Streit um den
Ausschluss mehrerer US-Medien aus dem Weißen Haus für Aufsehen und Kritik, der
inzwischen vor Gericht ausgefochten wird.
Über seine künftige Pressesprecherin sagte Trump zu Reporterinnen und
Reportern, dass sie Menschen möge. "Eigentlich mag sie euch alle. Ich weiß
nicht, ob das gut oder schlecht ist, aber wir haben gerade eine neue
Pressesprecherin eingestellt, und ich glaube, sie wird großartig
sein."/fsp/DP/zb