12.09.2026 15:16:41 - dpa-AFX: WDH: Einigkeit der Koalition bei Haushaltsberatungen angemahnt
(In dem am Freitag versendeten Artikel hieß es, der AfD-Haushaltspolitiker
Michael Espendiller werfe der Bundesregierung vor, hohe Ausgaben etwa für
Infrastruktur und Verteidigung als Investitionen zu bezeichnen und damit die
finanziellen Probleme des Bundes zu verschleiern. Diese Darstellung ist
inkorrekt, weil Espendiller sich breiter zu Posten äußerte, die im
Bundeshaushalt als Investitionen verbucht werden. Der Satz wurde wie folgt
ersetzt: "Der AfD-Haushaltspolitiker Michael Espendiller warf der
Bundesregierung vor: "Meistens handelt es sich im Haushaltsplan dieser Regierung
gar nicht um echte Investitionen, sondern schlicht um laufende Ausgaben.")
BERLIN (dpa-AFX) - Die SPD hat in der Bundestagsdebatte zum Haushalt an die
Geschlossenheit der Koalition in den weiteren Beratungen appelliert. "Wer
gemeinsam regiert, trägt auch gemeinsam Verantwortung", sagte der
SPD-Haushaltspolitiker Thorsten Rudolph in der Schlussrunde zum Haushaltsgesetz.
In den kommenden Wochen werde innerhalb der Koalition hart über Prioritäten und
Veränderungen verhandelt. Am Ende müsse jedoch ein tragfähiger gemeinsamer
Haushalt stehen.
Rudolph verteidigte den Haushaltsentwurf zugleich als Zukunftsinvestition.
Es gehe darum, ob Deutschland für die kommenden Jahre fit gemacht werde. "Dieser
Haushalt verwaltet nicht die Gegenwart, er investiert in die Zukunft", sagte er.
Yannick Bruy von der CDU stellte die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung
in den Mittelpunkt. Neben dem Haushalt müssten auch Strukturreformen
vorangetrieben werden. "Beides ist selbstverständlich auch aus der politischen
Verantwortung her sehr drängend", sagte er.
Merz solle Weg für Neuwahl frei machen
Die Opposition kritisierte den Haushaltsentwurf scharf. Der
AfD-Haushaltspolitiker Michael Espendiller warf der Bundesregierung vor:
"Meistens handelt es sich im Haushaltsplan dieser Regierung gar nicht um echte
Investitionen, sondern schlicht um laufende Ausgaben." Sein Fraktionskollege Kay
Gottschalk sagte: "Die beste Investition wäre tatsächlich - und eine echte -:
Sie treten zurück, machen den Weg für Neuwahlen frei. Damit wir dieses Tal des
Jammerns beenden können und Deutschland wirklich wieder zukunftsfähig wird und
wir einen vernünftigen Haushalt bekommen."
Kritik kam auch von den Grünen. Die Abgeordnete Paula Piechotta bezeichnete
den Haushaltsentwurf als unsolide. Er werde der Bundesregierung "um die Ohren
fliegen". Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch kritisierte ebenfalls die
geplante Neuverschuldung von insgesamt gut 200 Milliarden Euro im Jahr 2027:
"Sie drehen am großen Schuldenrad, aber für die Menschen dreht sich im Alltag
kaum etwas zum Besseren."
Nach der Schlussrunde der ersten Lesung beginnt nun die entscheidende Phase
der Haushaltsberatungen. Die Einzelpläne werden weiter verhandelt. Der Bundestag
soll den Haushalt nach den Beratungen im Dezember verabschieden. Bis dahin sind
noch Änderungen am Entwurf möglich./lea/DP/zb