05.09.2026 07:29:55 - dpa-AFX: Forscher: Wasserdefizit in Deutschland verschlimmert sich

POTSDAM (dpa-AFX) - Das Wasserdefizit in Deutschland und Europa hat sich in
den vergangenen Monaten weiter verschlimmert. Das geht aus gemeinsamen
Untersuchungen des Potsdamer Helmholtz-Zentrums für Geoforschung (GFZ) mit der
Nasa und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt hervor. Man befürchte,
"dass sich der Wasserspeicher bis Ende des Jahres nicht mehr erholen wird,
selbst wenn im Herbst mehr Regen als üblich fallen sollte", schrieb ein
GFZ-Sprecher.

Die Forscher beobachten den Gesamtwassergehalt auf und unter der
Erdoberfläche. Daraus lasse sich laut GFZ errechnen, wie stark sich die
Wasserspeicherung verändert.

"Seit 2015 sehen wir zunehmend trockenere Bedingungen in Deutschland als in
den 15 Jahren davor", sagte Annette Eicker, Leiterin der Sektion Globales
Geomonitoring und Schwerefeld am GFZ. Das regenreiche Jahr 2024 habe zwar zu
einer Erholung der Wasserspeicherung geführt, danach folgte aber erneut eine
starke Abnahme. Grundsätzlich sei die Abnahme der Grundwasserspeicherung "für
den größten Teil des langfristigen Rückgangs der Wasserspeicherung in
Deutschland verantwortlich".

Die Forscher sind besorgt, denn die aktuellen Daten bis Juni "konnten den
Hitzesommer in Deutschland noch nicht abbilden", hieß es vom GFZ. Die Folgen der
Hitzewellen würden sich erst in den Daten der nächsten Monate zeigen. Diese
Daten sollen erst im Laufe des Herbstes vorliegen.

Insbesondere die Hitze reduziert laut den Forschenden die Wasserspeicherung. Der Abgleich mit den Niederschlagsdaten zeige keinen langfristig negativen Trend
in den Niederschlagsmengen. Man sehe allerdings eine steigende potenzielle
Verdunstung aufgrund gestiegener Lufttemperaturen - "also der Wassermenge, die
vom Erdboden in die Atmosphäre transportiert werden kann", so der Sprecher des
GFZ./wpi/DP/zb

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