29.08.2026 13:24:27 - dpa-AFX: POLITIK: AfD-Jugend trifft sich in Magdeburg

MAGDEBURG (dpa-AFX) - In Magdeburg hat sich die AfD-Nachwuchsorganisation
Generation Deutschland (GD) zu einem Bundeskongress versammelt. Bei dem Treffen
im "Alten Theater" am Messegelände will die GD ihre Position zur Europapolitik
bestimmen und sich dabei auch vom Kurs der Mutterpartei abgrenzen. Erwartet wird
auch der Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich
Siegmund.

Nach Angaben eines Sprechers sind 480 Teilnehmer, Gäste und Journalisten
eingeladen. Die Polizei sprach von 300 Teilnehmern der GD.

GD-Chef Jean-Pascal Hohm hatte sich vor dem Kongress vom strikten
Anti-Euro-Kurs der AfD, den auch Parteichefin Alice Weidel bisher öffentlich
vertritt, distanziert. "Wir wollen keinen deutschen Euro-Austritt, sondern die
bestehenden Konstruktionsmängel des Euro-Systems beheben", sagte er "Bild". Auch
einen Austritt Deutschlands aus dem Schengen-Raum lehnt die Jugendorganisation
ab.

Pflöcke einschlagen

Kurz vor Beginn des Treffens sagte Hohm der Deutschen Presse-Agentur, es
gehe auch darum, im laufenden Programmprozess der AfD Pflöcke einzuschlagen. Im
kommenden Jahr will die AfD nach mehr als zehn Jahren ein neues
Grundsatzprogramm verabschieden. Hohm sprach vom Lebensgefühl junger Menschen,
die es gewohnt seien, an Grenzen keinen Pass mehr vorzeigen oder keine Währung
mehr umrechnen zu müssen.

Die AfD war 2013 als eurokritische Partei gegründet worden. Im
Bundestagswahlprogramm für 2025 hatte sie bekräftigt, "Deutschland muss aus dem
Euro-System austreten".

Die GD trifft sich in Magdeburg zu ihrem zweiten Bundeskongress. Die eng an
die Mutterpartei angebundene Organisation war im vergangenen Jahr in Gießen neu
gegründet worden, nachdem die frühere AfD-Nachwuchsorganisation Junge
Alternative (JA) aufgelöst worden war. Die JA war ein weitgehend eigenständiger
Verein, auf den die AfD nur begrenzt Zugriff hatte.

Zunächst nur wenige Gegendemonstranten

Gegendemonstrationen hielten sich bis vor Beginn der Veranstaltung in
Grenzen. Ein Sprecher des Polizeireviers Magdeburg sagte, bei Veranstaltungen
gegen den Bundeskongress, gegen die AfD und gegen Rassismus direkt vor dem
Tagungsort sowie andernorts in Magdeburg seien bis zum frühen Vormittag rund 250
Personen gezählt worden. Die Polizei gehe von steigenden Zahlen aus.

In der Nähe des Theaters versammelten sich zunächst wenige Menschen rund um
den mit starken Lautsprechern ausgerüsteten Bus "Adenauer SRP+" der Gruppe
"Zentrum für Politische Schönheit". Damit hatte die Organisation vor einem Jahr
das ARD-"Sommerinterview" mit Weidel in Berlin vom anderen Spreeufer aus so
beschallt, dass kaum noch etwas zu verstehen war. Nach Angaben eines Polizisten
vor Ort wurde für den Bus dieses Mal eine Maximallautstärke verfügt./jr/DP/zb

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