22.08.2026 08:38:28 - dpa-AFX: Todeszahl steigt in Krywyj Rih - Ukraine schlägt zurück
KRYWYJ RIH/SAMARA (dpa-AFX) - Nach dem russischen Drohnenangriff auf ein
Einkaufszentrum in der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih ist die Zahl der
Toten auf mindestens 16 gestiegen. Der ukrainische Zivilschutz sprach am Morgen
von noch neun Vermissten, darunter zwei Kinder. Im Krankenhaus wurden mehrere
Schwerverletzte behandelt. Am Freitagabend war zunächst von 15 Toten und 130
Verletzten die Rede gewesen. Unter den Verletzten waren viele Kinder.
Russland griff in der Nacht erneut auch die ukrainische Hauptstadt Kiew an.
Dabei sei mindestens ein Mensch getötet worden, es gebe auch Verletzte, teilten
die Behörden mit. Ein Lager geriet demnach in Brand. Nach zunächst nicht
überprüfbaren Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurde ein
Eisenbahndepot mit Lokomotiven getroffen. Die ukrainische Flugabwehr hatte zuvor
vor einem Angriff mit ballistischen Raketen gewarnt.
Ukraine attackiert erstmals russischen Versandhändler Ozon
Nach Berichten ukrainischer Medien griff Kiew erneut im Gebiet Samara eine
große Ölraffinerie an - und erstmals auch ein Lager des russischen
Online-Versandhändlers Ozon. Das Unternehmen bestätigte einen Angriff auf sein
Logistikzentrum im Gebiet Samara. Das Lager sei in Brand geraten, es seien 500
Mitarbeiter in Sicherheit gebracht worden; es gebe aber auch Verletzte, teilte
Ozon am Morgen mit. Für Mitarbeiter und Angehörige sei ein Notruftelefon
eingerichtet worden.
Zuvor hatte die Ukraine seit Wochen den größten russischen
Online-Versandhändler Wildberries wiederholt mit Drohnen angegriffen. Die
Schäden allein bei dem Unternehmen gehen nach Schätzungen von Branchenexperten
in die Milliarden.
Moskau meldet neue Drohnenangriffe
Auch die russische Hauptstadt Moskau meldete am Morgen neue ukrainische
Drohnenangriffe. Laut Behörden gab es wegen Flugalarms auf den
Hauptstadtflughäfen zeitweilig keine Starts und Landungen.
Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Luftangriffe deutlich
verstärkt. Experten sprechen von einer Eskalation der Gewalt auf beiden Seiten.
Russland griff zuletzt verstärkt mit Marschflugkörpern und Raketen an, während
die Ukraine überwiegend auf immer schnellere und weitreichendere Drohnen, aber
auch auf Marschflugkörper setzt.
Die Ukraine wehrt sich seit viereinhalb Jahren mit westlicher Militärhilfe
gegen den russischen Angriffskrieg./mau/DP/zb