15.08.2026 19:55:40 - dpa-AFX: VERMISCHTES/ROUNDUP/Brand im Hohen Venn: Monschau bereitet Evakuierungen vor

MONSCHAU (dpa-AFX) - Wegen des großen Waldbrandes im Hohen Venn in Belgien
bittet die nordrhein-westfälische Stadt Monschau Bewohner mehrerer Siedlungen,
sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Betroffen seien die Menschen
in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau und Plattevenn, teilte die Stadt
an der deutsch-belgischen Grenze auf ihrer Facebook-Seite mit. Monschau ist nur
etwa 20 Kilometer entfernt von dem großen Brand im und um Hürtgenwald, ebenfalls
in Nordrhein-Westfalen.

Wenn möglich, sollten Anwohner bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Die Einrichtung von Notunterkünften werde vorbereitet, hieß es. Es handele sich
zunächst um eine vorbeugende Maßnahme. Auf belgischer Seite sei am Samstag die
Evakuierung der Ortschaften Küchelscheid und Leykaul eingeleitet worden.

Es brennt auf 1.600 Hektar

Der in Belgien an der Grenze zu Deutschland wütende Waldbrand hat
mittlerweile etwa eine Fläche von 1.600 Hektar erfasst. Das berichtet die
Nachrichtenagentur Belga. Zum Vergleich: Im Hürtgenwald sind nach Angaben des
Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen.

Das Feuer sei "der größte Brand, den Belgien je erlebt hat", zitiert unter
anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker. Zuvor hatte
Belgien am Samstag andere Länder der Europäischen Union um Unterstützung
gebeten. Nach Angaben örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor
Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden
und den Niederlanden wurden mobilisiert, schrieb die EU-Kommissarin für
Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X.

Etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten wurden laut Belga angewiesen,
ihre Häuser zu verlassen - wegen des sich rasch ausbreitenden Brandes,
wechselnder Windrichtungen und starker Rauchentwicklung. Das Feuer war am
Freitagnachmittag ausgebrochen. Die Auswirkungen durch den Rauch sind auch in
Rheinland-Pfalz zu spüren.

Kirmes in Rheinland-Pfalz wegen Rauch unterbrochen

Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und
Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen
breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus,
insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher
Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.

"Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des
Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände",
hieß es allerdings weiter.

Wegen des Rauchs wurde zudem am Samstag eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des
Polizeipräsidiums Trier mitteilte. Die Verantwortlichen halten demnach die
Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten
Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.

"Bitte schließen Sie Fenster"

Laut einer von der Polizei verbreiteten Mitteilung der Kreisverwaltung kommt es im gesamten Kreisgebiet Bernkastel-Wittlich zu einer starken Rauchentwicklung
durch den Brand in Belgien. Es komme zu Sichtbehinderungen und
Geruchsbelästigungen durch Brandgase. "Bitte schließen Sie Fenster, Türen, und
schalten sie Lüftungs- und Klimageräte aus", hieß es.

Der Rauch sei auch in Trier angekommen, sagte der Polizeisprecher. Es rieche nach Brand und sei diesig./rgr/DP/mis

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