15.08.2026 19:53:17 - dpa-AFX: VERMISCHTES: Steinmeier fordert Sicherheit für queere Menschen
BERLIN (dpa-AFX) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft nach dem
Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin zum Eintreten
für Selbstbestimmung und Sicherheit queerer Menschen auf. "In einer offenen
Gesellschaft muss es allen möglich sein, ihren eigenen Weg zu gehen", schrieb
das Staatsoberhaupt in einem Gastbeitrag für das Portal "Zeit Online" mit Blick
auf CSD-Veranstaltungen in mehreren deutschen Städten an diesem Wochenende.
Diese gelte "nicht nur ohne Angst, sondern auch mit Stolz; nicht nur im privaten
Raum, sondern auch in der Öffentlichkeit."
Steinmeier erklärte, der islamistisch motivierte Anschlag in Berlin sei "ein
Anschlag auf uns alle, auf unsere offene Gesellschaft" gewesen. "Anscheinend
können wir es nicht oft genug sagen: Nach unserer Verfassung und Überzeugung
haben alle das Recht, über sich selbst zu bestimmen, gerade da, wo es um das
Innerste jedes Menschen geht, um den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, um
Liebe und Partnerschaft, um Körperlichkeit und Sexualität."
"Viele haben Angst"
Zugleich habe sich die Tat in ihrem ganzen Hass zuerst gegen schwule und
lesbische Menschen und die ganze queere Community gerichtet. "Viele von ihnen
haben inzwischen Angst. Denn sie tragen schon seit geraumer Zeit ein wachsendes
Risiko, Opfer von feindlichen Herabsetzungen, Anfeindungen und Straftaten zu
werden." Schon in den vergangenen Jahren seien Paraden zum CSD vor allem in
kleineren Städten bedroht und angegriffen worden.
Der Bundespräsident betonte: "Das können wir in einer wehrhaften Demokratie
nicht dulden. Konsequente Strafverfolgung, Sicherheit im öffentlichen Raum,
Schutz der Zivilgesellschaft, eine Bildungsoffensive, Solidarität und Empathie -
die Liste der Aufgaben ist lang, sie ist eine Verpflichtung für uns alle."
Am Rande des CSD in Berlin war am 25. Juli ein islamistischer Attentäter mit
einem Wagen in eine Menschengruppe gefahren und hatte anschließend vermutlich
mit einer Machete Anwesende attackiert. Bei dem Anschlag wurden eine Frau
getötet und mindestens 31 Menschen zum Teil schwer verletzt./sam/DP/mis