25.07.2026 16:30:04 - dpa-AFX: POLITIK/ROUNDUP: Erstmals wieder ein UN-Generalsekretär zu Besuch in Syrien

DAMASKUS (dpa-AFX) - Zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren ist wieder ein
UN-Generalsekretär zu Besuch in Syrien. Er sei zu einem "Solidaritätsbesuch" in
Damaskus, schrieb António Guterres auf der Plattform X. Dort kommt er UN-Angaben
zufolge noch im Laufe des Tages unter anderem mit Übergangspräsident Ahmed
al-Scharaa zusammen. Geplant sind darüber hinaus Treffen mit Vertretern der
Zivilgesellschaft sowie mit Vertreterinnen von Frauenorganisationen.

Auf dem Programm steht auch ein Treffen mit der UN-Beobachtermission auf den Golanhöhen (Undof) in Syrien. Die Blauhelme der Undof-Mission überwachen eine
etwa 235 Quadratkilometer große Pufferzone zwischen Israel und Syrien.

Mit Ban Ki Moon hatte zuletzt 2009 ein Generalsekretär der Vereinten
Nationen Syrien besucht. Guterres selbst war zuletzt 2010 in dem Land, damals
noch in der Rolle des UN-Flüchtlingshochkommissars. Guterres sagte bei einer
Pressekonferenz: "Ich habe mich bewusst entschieden, seit Beginn der brutalen
Unterdrückung des syrischen Volkes im Jahr 2011 bis zum Sturz des Regimes nicht
nach Syrien zu reisen."

Das Land war nach Beginn des Bürgerkriegs 2011 international weitgehend
isoliert. Ende 2024 stürzte eine Rebellenallianz unter Führung der
Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) die Regierung unter Baschar
al-Assad. HTS-Kopf al-Scharaa führt das Land heute als Übergangspräsident. Seit
dem Umsturz knüpft die Regierung wieder engere Kontakte zur internationalen
Gemeinschaft. Zuletzt war mit Emmanuel Macron auch zum ersten Mal wieder ein
EU-Staatschef in Syrien.

Die Vereinten Nationen spielen eine zentrale Rolle bei der humanitären Hilfe für die Menschen in Syrien. Noch immer sind dort nach UN-Angaben rund 15,6
Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Millionen Menschen leiden demnach
weiter unter akuter Ernährungsunsicherheit, zerstörter Infrastruktur,
eingeschränktem Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen sowie einer weit
verbreiteten Belastung durch explosive Kampfmittel./arj/DP/zb

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