11.07.2026 20:30:19 - dpa-AFX: SPORT/ROUNDUP: Vor Prinzessin Kate - Noskova gewinnt Wimbledon-Nervenspiel

LONDON (dpa-AFX) - Vor den Augen von Prinzessin Kate hat Tennisspielerin
Linda Noskova in einem Nerven-Krimi das tschechische Finale gewonnen und sich
zur Wimbledon-Siegerin gekürt. Nach einem einseitigen Beginn besiegte die
21-Jährige ihre Landsfrau Karolina Muchova in einem Achterbahn-Endspiel mit 6:2,
5:7, 6:3 und sicherte sich ein Wimbledon-Rekord-Preisgeld von rund 4,2 Millionen
Euro. Es ist ihr erster Grand-Slam-Titel.

Das reine Ergebnis spiegelt die Dramatik nicht wider. Noskova zeigte sich
lange unbeeindruckt davon, dass sie ihr erstes Grand-Slam-Finale bestritt - und
Prinzessin Kate als Zuschauerin in der ersten Reihe der Royal Box saß. Noskova
führte bereits mit 6:2, 5:2 und sah wie die sichere Siegerin aus.

Als es darum ging, das Match zu beenden, zeigte die Nummer 12 der
Tennis-Welt jedoch Nerven, leistete sich Fehler. Bei einem Matchball unterlief
ihr sogar ein Doppelfehler. Fünf Matchbälle konnte sie im zweiten Durchgang
nicht nutzen, verlor fünf Spiele in Serie und den zweiten Satz. Doch Noskova
kämpfte sich wieder in die Partie - und entschied das Finale nach 2:28 Stunden
für sich. Es war das erste Grand-Slam-Endspiel der Profi-Ära seit 1968 zwischen
zwei Tschechinnen.

Kate als Schirmherrin in Wimbledon

Prinzessin Kate ist Schirmherrin des Tennis-Klassikers im Südwesten Londons
und sah, wie sich Noskova zur jüngsten Wimbledon-Siegerin seit 15 Jahren kürte.
2011 hatte in Petra Kvitova ebenfalls eine Tschechin als 21-Jährige den Triumph
bei dem Rasenklassiker gefeiert.

Kvitova als Beispiel

Als Kind habe sie nicht viel Tennis geschaut, hatte Noskova nach ihrem
Halbfinalerfolg erzählt. Sie erinnere sich aber daran, wie Kvitova gewann. "Das
war einer der ersten Augenblicke, in denen ich realisiert habe, dass ein Sport
wie Tennis existiert", sagte sie - und trat nun in die Fußstapfen von Kvitova,
die ebenfalls in der Royal Box saß.

Vor 15.000 Zuschauern hatte die Erfahrung für Muchova gesprochen. Die
29-Jährige verlor auch das zweite Grand-Slam-Finale ihrer Karriere, 2023 war sie
bei den French Open der Polin Iga Swiatek unterlegen gewesen. Sie darf sich mit
einem Preisgeld von rund 2,1 Millionen Euro trösten.

Tschechische Erfolge in Wimbledon

Tschechinnen glänzten schon oft beim Rasenklassiker. 2011 und 2014 gewann
jeweils Kvitova. 2023 holte die seit Juni wegen eines verweigerten Dopingtests
gesperrte Marketa Vondrousova die begehrte Venus Rosewater Dish. 2024
untermauerte Barbora Krejcikova die Dominanz der Tschechinnen in Wimbledon.

"Wir sind sehr kreativ", sagte Noskova in den Tagen von Wimbledon, "und auf
Rasen können wir sozusagen alle Facetten des Tennisspiels ausspielen. Ob es nun
wie früher Aufschlag und Volley ist oder heute Slice und Volley. Ich würde
sagen, wir haben all diese Facetten, die wir nutzen können".

Turniersiege in Deutschland

Muchova und Noskova kennen sich gut, spielten 2024 bei den Olympischen
Spielen in Frankreich zusammen Doppel. Kurioserweise mussten beide auf dem Weg
ins Wimbledon-Endspiel jeweils einen Matchball abwehren.

Beide sind keine globalen Stars des Sports wie Coco Gauff, Noami Osaka oder
Aryna Sabalenka. Ganz unerwartet erreichten sie jedoch nicht das Endspiel. Beide
waren mit der Empfehlung von Titelgewinnen in der Wimbledon-Vorbereitung
angereist. Noskova behauptete sich in Berlin, Muchova in Bad Homburg./puk/DP/zb

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