16.06.2026 23:05:28 - dpa-AFX: WM 2026: Gericht bestätigt Einreiseverbot für Ghana-Profi Partey

OTTAWA (dpa-AFX) - Ghanas Fußballer Thomas Partey hat vor Gericht eine
Niederlage erlitten und darf nicht auf den letzten Drücker zum WM-Auftaktspiel
seines Teams nach Kanada einreisen. Das kanadische Bundesgericht in Ottawa hat
den Einspruch gegen die zuvor erteilte Einreiseverweigerung für den 33-jährigen
Profi vom FC Villareal abgewiesen. Damit kann Partey beim ersten Gruppenspiel
von Ghana gegen Panama am Donnerstag (01.00 Uhr) in Toronto nicht dabei sein.

Das Gericht stellte in seinem Urteil "die Wahrung der Integrität des
kanadischen Einwanderungssystems und die Durchsetzung der vom Parlament
getroffenen Entscheidungen" über die Interessen des Klägers, auch wenn die
Umstände des Antragstellers "ungewöhnlich und für ihn persönlich sowie für seine
Nationalmannschaft von großer Bedeutung" seien.

Partey steht seit April dieses Jahres wegen Missbrauchsvorwürfen in London
vor Gericht. Ihm wird in der Anklage vorgeworfen, im Dezember 2020 eine Frau
zweimal vergewaltigt zu haben. Vor dem Southwark Crown Court in London plädierte
Partey auf nicht schuldig. Ein Urteil soll nicht vor Mitte 2027 fallen. Wegen
dieser Causa hatten Kanadas Behörden dem Spieler die Einreise verweigert.

Spieler beteuert seine Unschuld

Parteys Anwältin, Mackeda Bramwell, legte bei der Verhandlung eine Erklärung ihres Mandanten vor. Darin gab der Mittelfeldspieler an, er werde im Falle eines
erfolgreichen Einspruchs unter ständiger Aufsicht von Teamoffiziellen stehen und
Kanada verlassen, sobald die Mannschaft abreist. "Ich bin nicht verurteilt
worden. Ich habe auf nicht schuldig plädiert und gelte weiterhin als
unschuldig", sagte Partey.

Der frühere England-Legionär vom FC Arsenal (2020-2025) verfolgte die
Verhandlung in Ghanas WM-Camp in Smithfield im US-Bundesstaat Rhode Island. Die
amerikanischen Behörden hatten Partey mit Ghanas Nationalmannschaft einreisen
lassen. Einem Einsatz von Partey in den weiteren Vorrundenspielen der Black
Stars gegen England am 23. Juni in Massachusetts und gegen Kroatien am 27. Juni
in Philadelphia steht somit nichts im Weg.

Ghanas Nationaltrainer Carlos Queiroz ging auf der Pressekonferenz am Tag
vor dem Spiel nicht näher auf den Fall ein. "Ich halte es nicht für notwendig,
mich dazu zu äußern. Das gehört nicht zu meinen Aufgaben", sagte der Portugiese.
Zuvor hatte Ghanas Außenministerium eine offizielle Protestnote an das
kanadische Außenministerium gesandt - letztlich ohne Erfolg./edo/DP/men

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