16.06.2026 23:05:00 - dpa-AFX: ROUNDUP 2: Russische Fregatte gibt Warnschüsse im Ärmelkanal ab
(neu: mit Mitteilung des Verteidigungsministeriums.)
LONDON (dpa-AFX) - Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal Warnschüsse
auf eine Jacht abgegeben. Das britische Verteidigungsministerium bestätigte am
Abend laut der Nachrichtenagentur PA, dass es sich bei dem Schiff um die
Fregatte "Admiral Grigorowitsch" gehandelt habe. Die Schüsse hatten demnach eine
Kollision verhindern sollen und seien nicht auf die Jacht gerichtet gewesen. Die
Fregatte soll zuvor versucht haben, ein britisches Schiff im Kanal zu
kontaktieren. "Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handelt,
der nicht mit der Aufbringung der "Smyrtos" durch Großbritannien am Wochenende
in Zusammenhang steht", hieß es laut PA in der Mitteilung des Ministeriums
weiter.
Das Kriegsschiff soll zu dem Zeitpunkt am späten Vormittag zwischen der
britischen Isle of Wight und der Küste der französischen Region Normandie
unterwegs gewesen sein, wie PA berichtete. Die Jacht soll dem russischen Schiff
demnach zu nahe gekommen sein.
Ministerium in Moskau bestätigt Vorfall
Ähnlich hatte das russische Verteidigungsministerium den Vorfall
beschrieben. Die Jacht habe auf mehrere Kontaktversuche nicht reagiert und die
Distanz immer weiter verringert. Bei einer Entfernung von 150 Metern habe der
Kapitän der Fregatte dann den Befehl zum Eröffnen der Warnschüsse gegeben. "Die
Besatzung der Fregatte "Admiral Grigorowitsch" hat in strenger Übereinkunft mit
den international geltenden Schifffahrtsregeln gehandelt und alles getan, um den
Vorfall zu verhindern", betonte das Ministerium in Moskau.
Erst vor einigen Tagen stoppte die britische Marine den Öltanker "Smyrtos"
im Ärmelkanal, der der russischen Schattenflotte zugerechnet wird. Experten
zufolge soll die Präsenz russischer Kriegsschiffe von einem derartigen Vorgehen
abschrecken.
Mit Schiffen der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, die
Sanktionen von westlichen Unterstützern der Ukraine zu umgehen. Nach britischen
Angaben handelt es sich um mehr als 700 Schiffe, die unter der Flagge
verschiedener Staaten fahren und russische Ölexporte transportieren./cmy/DP/men