10.06.2026 21:48:06 - dpa-AFX: WM 2026/FIFA-Boss verteidigt Ticketpreise: Entspannt über Ermittlung

MEXIKO-STADT (dpa-AFX) - Gianni Infantino hat die umstrittenen Ticketpreise
bei der Fußball-WM verteidigt. Die Ermittlungen in den USA verfolgt der
Präsident des Weltverbandes FIFA nach eigenen Worten "sehr relaxed".

In Kalifornien schickte der Generalstaatsanwalt ein Schreiben an die FIFA,
um mögliche Verstöße gegen kalifornisches Verbraucherschutzrecht zu prüfen. Die
Generalstaatsanwältinnen von New Jersey und New York kündigten eine Untersuchung
wegen Berichten über möglicherweise irreführende Ticketvergabepraktiken des
Weltverbandes an.

FIFA-Boss geht in die Offensive

Infantino erklärte im Pressezelt neben dem legendären Aztekenstadion: "Es
ist nicht so, dass jemand aufwacht und die Preise festlegt." Der 56-Jährige
verwies unter dem Dröhnen der überlasteten Klimaanlage auf die Preise für
Eintrittskarten bei anderen Topsportarten in den USA.

Der Einstiegspreis von 60 Dollar für WM-Karten sei der niedrigste in dem
Vergleich, meinte Infantino. Genauso sei das beim Durchschnittspreis von 500
Dollar. "Bevor wir 6,5 Millionen Tickets verkauft haben, haben wir uns mit den
besten Anwälten abgesprochen", betonte Infantino, der immer wieder zwischen
Englisch und Spanisch wechselte.

"Jeder Dollar fließt zurück in den Fußball"

Beim Thema Ticketpreise, das die Gemüter angesichts astronomischer Preise
auf dem von der FIFA abgesegneten Zweitmarkt besonders erhitzt, verteidigte
Infantino weiter das Vorgehen seines Verbandes. "Jeder Dollar, den wir
generieren, fließt zurück in den Fußball." Wer investiere schon beispielsweise
im Südsudan, fragte er und gab gleich die Antwort: "Wir tun es." Und das dank
der Erträge.

Für das Finale der WM in New Jersey wurden auf dem Zweitmarkt auch schon
Hospitality-Pakete für bis zu 600.000 Euro angeboten. Zwischenzeitlich standen
hier sogar Endspiel-Tickets für mehrere Millionen Euro zum Verkauf.
Eintrittskarten für Gruppenspiele zwischen den Außenseitern Haiti und Schottland
oder zwischen Ghana und Panama waren aber ab 330 oder 440 Euro zu
bekommen./jmx/DP/men

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