09.06.2026 12:14:40 - dpa-AFX: WM 2026/ROUNDUP 2: WM-Schiedsrichter aus Somalia darf nicht in USA einreisen
(Reaktion Sportministerium Somalia)
MIAMI (dpa-AFX) - Die USA haben dem für die Fußball-WM vorgesehenen
Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia die Einreise verweigert. Der Referee werde
deshalb nicht bei der Weltmeisterschaft trainieren und im Einsatz sein können,
teilte der Weltverband FIFA auf dpa-Anfrage mit. Man sei von den Behörden
informiert worden, dass sich der Status von Artan derzeit nicht ändern werde.
Die Grenzschutzbehörde CBP hatte entschieden, dass ein Reisender aus
Somalia, "ein Schiedsrichter für die FIFA-Weltmeisterschaft, aufgrund von
Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung nicht Einreise berechtigt war, und
ihm wurde die Einreise verweigert", hieß es in einer Stellungnahme der Behörde.
Artan wurde darin nicht namentlich genannt, ist aber der einzige
WM-Schiedsrichter aus Somalia.
Artan meldet sich zu Wort
Artan wollte den Angaben zufolge von Istanbul kommend am Samstag in Miami in
die USA einreisen. Dabei sei eine weitergehende Überprüfung für notwendig
erachtet worden. Jede Einreiseerlaubnis sei eine Einzelfallentscheidung und
Beamte der CBP seien befugt, Reisende zu befragen, zu durchsuchen und
Entscheidungen im Einklang mit den Gesetzen der USA zu treffen.
In einer von der FIFA veröffentlichten Stellungnahme ging Artan auf die
genauen Umstände nicht ein. Er sei trotzdem "in einer positiven Stimmung", hieß
es in dem Statement. "Ich möchte mich bei der Fußball-Familie für ihre
Nachrichten bedanken und wünsche meinen Kollegen den größtmöglichen Erfolg
während der WM und freue mich, in zukünftigen Wettbewerben wieder bei ihnen zu
sein."
Das somalische Ministerium für Jugend und Sport kritisierte die Entscheidung
der US-Behörden: Omar Artan sei die Einreise in die USA "ohne einen triftigen
Grund" verweigert worden, hieß es in einem Statement. Die somalische Regierung
habe sofort Kontakt zu den US-Behörden und zur FIFA aufgenommen, leider sei
bislang aber keine Lösung gefunden worden.
FIFA: Gastgeber entscheidet über Visa
Die FIFA teilte weiter mit: "Die FIFA ist nicht an den
Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der
Entscheidung über Visaanträge." Wie bei vorherigen Turnieren habe das
Gastgeberland das ultimative Recht, über die Visavergabe zu entscheiden. Die
WM-Unparteiischen trainieren gemeinsam in Miami und werden dort auf die Spiele
vorbereitet. So ist ein Einsatz von Artan auch in den weiteren Gastgeberländern
Mexiko und Kanada derzeit ausgeschlossen.
In einem am Montag veröffentlichten Beitrag von Al Jazeera sprach Artan noch
über seine Vorfreude über die WM. "Es ist für mich eine große Ehre, als erster
Somali dabei zu sein", sagte er. "Ich hoffe, ich werde dort fantastisch sein."
Irakischer Stürmer wird stundenlang befragt
Zuvor war bereits bekanntgeworden, dass der irakische Stürmer Aymen Hussein
mehrere Stunden lang von der Grenzschutzbehörde befragt wurde, als er am Freitag
in Chicago in die USA einreisen wollte.
"Nach der Kontrolle wurde einem Reisenden die Einreise in die Vereinigten
Staaten gestattet", hieß es von der CBP nach Angaben von "The Athletic". "Der
zweite Reisende, ein Fotograf und kein Spieler der Mannschaft, wurde aufgrund
von Bedenken im Rahmen der Sicherheitsüberprüfung als nicht Einreise berechtigt
eingestuft und ihm wurde die Einreise verweigert."/max/DP/stw