06.05.2026 12:26:24 - dpa-AFX: ROUNDUP: Brandenburg und NRW wollen schnelles Verbot von Einweg-Vapes

LEIPZIG (dpa-AFX) - Die Umweltminister von Brandenburg und
Nordrhein-Westfalen dringen auf ein zügiges Verbot von Einweg-E-Zigaretten. Sie
seien eine Gefahr für die Umwelt, weder Batterie noch Flüssigkeit ließen sich
austauschen, teilte Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD)
anlässlich der Konferenz der Umweltministerinnen und Umweltminister in Leipzig
mit. Sie würden außerdem als Elektrogeräte vermutlich häufig nicht fachgerecht
entsorgt.

Die beiden Länder wollen am Freitag einen Antrag bei der Konferenz
einbringen, mit dem sie die Bundesregierung dazu auffordern, das angekündigte
Verbot von Einweg-E-Zigaretten zeitnah umzusetzen. Der Bundesrat hat sich
bereits mehrfach für ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten ausgesprochen. Die
Bundesregierung hat sich bereiterklärt, ein Verbot auf den Weg zu bringen - doch
wie und wann, ist bisher offen.

"Einweg-E-Zigaretten sind nicht nur ein erhebliches Umweltproblem, sondern
auch ein konkretes Sicherheitsrisiko", sagte Brandenburgs Umweltministerin.
"Gelangen sie in den Restmüll, kann es in Entsorgungsanlagen zu gefährlichen
Bränden kommen, bei denen giftige Gase freigesetzt werden." Wenn sie in der
Umwelt weggeworfen würden, gelangten Schadstoffe in Böden und Gewässer.

Bundesregierung halten Einweg-Vapes für bedenklich

Die Bundesregierung hatte die Verbotspläne im vergangenen Jahr in einer
Protokollerklärung angekündigt. "Hierzu wird auch im weiteren Gespräch mit den
Ländern beraten, in welchem Gesetz diese Regelung getroffen werden kann", heißt
es darin. "Elektronische Einweg-Zigaretten sind aus Sicht des Umweltschutzes,
des Kinder- und Jugendschutzes sowie des Gesundheitsschutzes bedenklich."

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte sich im Dezember für ein
Verbot von Einweg-E-Zigaretten ausgesprochen. Der nordrhein-westfälische
Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) warnte im Dezember davor, dass die
Bundesregierung der Recyclingbranche die wirtschaftliche Grundlage entziehe,
wenn sie nicht schnell handle.

Umsatz stieg 2025 deutlich

Die sogenannten Vapes erzeugen Dampf, der inhaliert wird und nach Früchten
oder Menthol schmeckt. Der Dampf enthält deutlich weniger Schadstoffe als der
Rauch von Tabakzigaretten, Mediziner warnen dennoch vor den Gesundheitsgefahren
und der Wirkung von Nikotin, das abhängig macht.

Im Jahr 2025 stieg der legale Umsatz in Deutschland nach Branchenangaben
schätzungsweise um ein Viertel auf 2,4 Milliarden Euro. Von Juli an können
Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland E-Zigaretten überall dort, wo
sie verkauft werden, auch zurückgeben./vr/DP/mis

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